Ängste und Stress können Allergien verstärken

In unserer heutigen Zeit ist „Stress“ ein Modewort geworden. Es gehört mittlerweile zum guten Ton, darunter zu leiden1. Auch Ängste sind weit verbreitet und bedürfen vermeintlich keiner weiteren Beachtung. Jeder hat vor irgendetwas Angst oder macht mal eine anstrengende Zeit durch, nicht wahr? Aber wussten Sie, dass genau diese Faktoren Allergien auslösen oder verstärken können? Lesen Sie hier, wie sich die Komponenten auf eine Allergie auswirken und was Sie bei einer Behandlung beachten sollten.

 

Guter oder schlechter Stress?

Geht es nach der Meinung der Leistungsgesellschaft, so ist Stress ein positiver Aspekt. Vermeintlich häufig ist er die Ursache für Erfolg, Wachstum und Aufstieg. Dr. Hand Selye2 spricht in seiner Definition von einer „unspezifische(n) Antwort des Körpers auf eine Anforderung“. Dies ist in erster Linie eine recht neutrale Aussage. Ist Stress freiwillig, so heißt es weiter in einer Studie2, handelt es sich um Eustress. Wird unter Druck gehandelt, spricht man von Dystress.

Der Körper reagiert chemisch auf jegliche Art von Stress, indem er den Hormonhaushalt verändert. Bleibt er hierbei im Gleichgewicht von An- und Entspannung, ist er leistungsfähig. Sobald jedoch ein Missverständnis oder eine Annomalie auftritt, wird man krank.

 

Auswirkungen auf das Immunsystem

Unser Immunsystem verfügt über zwei Arten der Abwehr: die unspezifische Abwehr ist das generelle Schutzschild des Körpers und verhindert das Eindringen von Krankheitserregern; die spezifische Abwehr ist speziell auf den Eindringling zugeschnitten. Bei akutem Stress wird die unspezifische Abwehr gestärkt und die spezifische Abwehr kurzfristig zurückgefahren. Chronischer Stress führt dazu, dass beide Bereiche leiden. Die Betroffenen werden dann schneller krank und langsamer wieder gesund.

Der psychische Stress, den eine Allergie verursacht, kann ebenso stark belastend sein und in einer Art Rückkopplungseffekt das Immunsystem beeinflussen. Biopsychologin Angelika Buske-Kirschbaum von der Technischen Universität Dresden stellte in einem Experiment3 fest, dass 75% der Allergiker innerhalb ihrer Probandengruppe auf Stress mit einem Allergie-Schub reagierten.

 

Angst verstärkt die Allergie

Dr. Klaus Witt vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft Psycho-Allergologie weist außerdem darauf hin, dass auch Ängste erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung einer Allergie haben können4 . Somit wird auch der Hinweis auf das konsequente Meiden der Allergene in ein neues Licht gerückt – denn dieses Vorhaben kann die Angst vor den spezifischen Stoffen noch verstärken.

Wichtig ist es, dass bei einer Therapie auch die psychischen Komponenten der Allergie angesprochen werden. Durch Verhaltens- und Gesprächstherapie, sowie Tiefenentspannung kann gelernt werden, den eigenen Abwehrkräften zu vertrauen und übersteigerte Ängste vor Allergenen abzubauen. Eine Hypnosetherapie kann zudem dabei helfen, den Kern des Problems zu definieren und die meist tiefsitzenden Gründe der Beschwerden anzugehen.

 

 

1 Litzcke, S., Schuh, H. (2007). Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz. (4. Auflg.). Springer Medizin Verlag Heidelberg: Heidelberg.

2 Kunhardt, B. (2014). Ist der Stress an allem Schuld? pp. 95-115 in: Ein Leben lang leben. Springer-Verlag Berlin: Heidelberg. doi: 10.1007/978-3-642-54318-0_9

3 Einzmann, S. (01. Mai 2013). Wie Stress die Abwehr belastet und Allergien fördert. Online-Magazin www.focus.de Abgerufen von http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/therapie/tid-30789/reaktion-der-psyche-wie-stress-die-abwehr-belastet-und-allergien-foerdert_aid_969175.html

4 Dr. Fricke, U. (01. Juni 2003). Angst verstärkt die Allergie. Online-Magazin www.wissenschaft.de Abgerufen von http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1559150/Angst-verstärkt-die-Allergie/