Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl

Mangelnde Selbstliebe, mangelndes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sind Begleiterscheinungen oder auch Mitursache vieler Probleme und Erkrankungen.

Praktisch jeder Patient, der meine Sprechstunde aufsucht, leidet mehr oder weniger stark unter Problemen in den genannten Bereichen.

Hinzu kommen oft: Schuld, Scham, ein schlechtes Gewissen, Selbstablehnung, bis zum Selbsthass, Selbstsabotage und selbstzerstörerische Tendenzen.

Wenige Patienten kommen ausschließlich, um ihr Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen oder ihre Selbstliebe zu stärken.

Hier kommt die gute Nachricht.
Dieses Problem lässt sich fast nebenbei mitbehandeln. Genauer gesagt: Wenn die Hintergründe des eigentlichen Problems – seien es Ängste, Depressionen, körperliche Beschwerden o. a. – bearbeitet wurden, hat das Unterbewusstsein sehr viele negative Gedanken und Gefühle losgelassen und befindet sich in einem Prozess der Umstrukturierung. Interventionen zur Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstliebe haben eine enorm starke Kraft. Das ganze Selbstbild verbessert sich in kürzester Zeit zum Positiven.

So ziemlich in jeder Behandlung gebe ich meinen Patienten am Anfang die Möglichkeit, zu erleben, wie schwer es ihnen fällt, sich selbst zu lieben und anzunehmen. Am Ende der Behandlung – also oft noch am selben Tag – können die Patienten dann REAL ERLEBEN, dass sie sich jetzt viel mehr lieben und annehmen können als noch vor wenigen Stunden. Dieser Vergleich ist für jeden Patienten eindrucksvoll erlebbar, so dass er sicher weiß, dass diese positiven Veränderungen eingetreten sind. Die Patienten sind in aller Regel sehr verblüfft, erstaunt und erfreut, wenn sie diese Veränderungen bewusst erleben.

Anstelle eines Fallbeispieles beschreibe ich die Veränderungen, die meine Patienten praktisch immer erleben (Ausnahme: Es handelte sich um ein eng umgrenztes Problem, dass wir in ein bis drei/vier Stunden behandelt haben).

Zu Beginn der ersten Sitzung gebe ich jedem Patienten einen Spiegel in die Hand und fordere ihn auf, sich selbst im Spiegel anzuschauen und folgenden Satz zu sich zu sagen: „Ich liebe und akzeptiere mich von ganzem Herzen, mit allen Fehlern und Grenzen“. Er erlebt dann ganz real, wie schwer es ihm fällt, sich anzuschauen, sich zu lieben und zu akzeptieren. Er spürt seine Selbstablehnung, seine Schuldgefühle, seine Scham und was immer ihn daran hindert, sich selbst bedingungslos zu lieben und anzunehmen. Manche Patienten können sich gar nicht anschauen, andere fangen an zu stottern. Manchmal versagt die Stimme oder sie sagen diesen Satz völlig unbeteiligt.

Wenn die Patienten am Ende der Behandlung wieder in den Spiegel schauen und diesen Satz zu sich sagen, „Ich liebe und akzeptiere mich von ganzem Herzen, mit all meinen Fehlern und Begrenzungen“, erleben sie – nicht selten zum ersten Mal in ihrem Leben – dass sie sich WIRKLICH lieben können, dass sie sich WIRKLICH annehmen können, ohne ihre Fehler und Unzulänglichkeiten zu hassen. Diese Veränderung ist für jeden Patienten real erlebbar. Er WEIß und spürt, das sich etwas sehr Wichtiges verändert hat.

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