Sexuelle Unlust und Aversion gegen Sex („Frigidität“)

Unter dem Begriff „Frigidität“, früher auch abwertend „Gefühlskälte“ oder „Geschlechtskälte“genannt, werden diverse Störungen der weiblichen Sexualität zusammengefasst. Da dieser Begriff die sexuelle Unlust eher zur feststehenden Diagnose werden lässt und weil er auch in den frauenentwertenden Sprachgebrauch eingegangen ist, verwende ich hier eher den Begriff „sexuelle Unlust“. Der Begriff „sexuelle Lusthemmung“ (SLH) wird den therapeutischen Erfahrungen gerecht, dass die Lust existiert und eben „nur“ gehemmt ist.

Zu den weiblichen sexuellen Dysfunktionen zählen Störungen der sexuellen Appetenz (mangelndes Verlangen), Störungen der sexuellen Erregung (Orgasmusstörungen) und Störungen mit sexuell bedingten Schmerzen. Im Alltag wird die sexuelle Lusthemmung meist mit der Frau in Verbindung gebracht. Meine Erfahrung besagt, dass es auch einen – wenn auch geringeren – Prozentsatz von Männern gibt, die unter diesem Problem leiden. Hier ist der Leidensdruck oft noch größer, weil sie ihre Identität als Mann bedroht sehen.

Die Ursachen der sexuellen Unlust können organischer und/oder psychischer Natur sein. Aus diesem Grunde gilt hier, wie bei der Potenzstörung auch: vor Beginn einer Therapie steht die Diagnose oder auch der Ausschluss organischer Ursachen, durch den Facharzt.

Frauen berichten häufiger nach der Geburt eines Kindes über sexuelle Lustlosigkeit. Dies beruht wohl auf der zusätzlichen Belastung als Mutter und darauf, dass sie ihre ganze Liebe dem Kind schenken möchte. Hier kann jedoch auch hormonelle Umstellung nach der Geburt als Ursache in Frage kommen.

Frauen mit einem derartigen Hintergrund haben jedoch noch nie meine Praxis mit dem Wunsch nach Behandlung aufgesucht, vielleicht deshalb, weil sie unter dieser Lustlosigkeit weniger leiden und sie eher als Begleiterscheinung der aktuellen Lebenssituation sehen.

Im Gegensatz dazu ließ sich bei den Patientinnen, die wegen sexueller Unlust oder auch wegen Aversion gegen Sexualität die Praxis aufsuchten AUSNAHMSLOS eine emotionale Ursache nachweisen.

Die Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen der Frau mittels Hypnose (Ausschluss organischer Ursachen vorausgesetzt) erfordert im Allgemeinen nur eine sehr kurze Therapie. Die Prognose ist in in aller Regel sehr günstig.