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Neujahrsblues - Traurigkeit beim Jahreswechsel bedeutet nicht gleich Depression

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Januar 2, 2015
Christian Endres

Neujahrsblues – Traurigkeit beim Jahreswechsel bedeutet nicht gleich Depression

Und schon wieder ist es soweit – ein neues Jahr hat begonnen und mit ihm gibt es natürlich auch wieder eine lange Liste an neuen Vorsätzen. Doch wie so oft wurden schon die Vorsätze des letzten Jahres nicht unbedingt „abgehakt“. Bei vielen Menschen kann dies zu Phasen von Niedergeschlagenheit und Enttäuschungen führen; dem sogenannten Neujahrsblues. Dies ist für eine kurze Zeit völlig in Ordnung und auch normal, so manche Ärzte. Erst wenn man gar nicht mehr in der Lage ist, etwas Positives zu sehen, und dieser Zustand mehr als zwei Wochen anhält, befindet sich der Mensch in einem depressiven Denkmuster. Doch dies muss nicht sein!

Gescheiterte Vorsätze belasten die Psyche

Es beginnt schon mit der Weihnachtszeit – alle kommen zusammen und feiern im Kreis der Familie eine besinnliche Zeit. Doch kaum hat man den Festtagsschmaus verdaut, kommen auch schon die Vorbereitungen für den – für manche Menschen – mit wichtigsten Tag im Jahr: Silvester. Für viele ein spannendes Ereignis:  Man sagt dem alten Jahr tschüss und bye bye, blickt nach vorn und hofft das Beste. Doch bei anderen sieht dies leider nicht so optimistisch aus. Das Jahresende ist für viele Menschen die Zeit, um ein Resümee zu ziehen und zurückzublicken, was das Jahr gebracht hat. Dabei kommt vielen Menschen der Gedanke, dies und jenes habe nicht so geklappt, wie man es sich gewünscht und vorgestellt hatte – man hat weder mit dem Rauchen aufgehört noch hat man die gewünschten 10 Kilo abgenommen, eher sogar zu. Die Enttäuschung, die auf solche Gedanken folgt, kann dann schnell auf die Stimmung und vor allem auf die Psyche schlagen. Auch wenn dies für eine kurze Zeit in Ordnung ist, sollte man aufpassen, dass sich die Niedergeschlagenheit nicht in eine Depression weiter entwickelt. Wichtig ist sich hierbei eines vor Augen zu halten: Ein Jahr ist nicht immer nur schlecht.

Die Jahreszeit beeinflusst unseren „trüben“ Gemütszustand

Mittlerweile sind wir in der Jahreszeit angekommen, die bei den meisten wohl nicht zu Jubelrufen führt – eher im Gegenteil. Schaut man aus dem Fenster, dann sieht man selten die Sonne, nicht zuletzt weil die Tage zu dieser Zeit viel kürzer und allgemein viel dunkler sind als im Sommer. Für viele bedeutet das schön zu Hause bleiben, Heizung an, Decke bis zum Kinn und bloß nicht nach draußen schauen. Wir sind weniger aktiv, neigen vermehrt zu Melancholie und ziehen uns zurück. Dabei ist schon lange bekannt und auch wissenschaftlich belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden und Lichtmangel gibt. Trotzdem fallen wir jedes Jahr wieder darauf rein. Natürlich ist nichts gegen einen gemütlichen Tag auf der Couch einzuwenden. Allerdings sollte man es nicht übertreiben und auch mal nach draußen gehen, einen Spaziergang machen oder mit ein paar Freunden einen schönen warmen Kakao in einem Café trinken. So vertreibt man Müdigkeit und Niedergeschlagenheit mit frischer Luft und tut aktiv etwas für sein Wohlbefinden – auch in der Zeit rund um den Jahreswechsel.

An die Pessimisten der Welt: Ein neues Jahr bringt auch neue Chancen

Viele Menschen blicken zurück und sehen nur die Fehler, vertane Chancen und die schwierigen Zeiten der vergangenen Monate und Jahre. Sie können sich nur an das Negative erinnern. Doch obwohl das eine völlig normale Reaktion ist, da sich negative Erlebnisse viel fester im Gehirn verankern und man sich deutlicher an das erinnert, was einen beeinträchtigt und traurig gemacht hat, gibt es nicht wirklich einen Grund, deprimiert zu sein. Wenn man genauer darüber nachdenkt, fallen einem sicher auch Momente ein, die einen glücklich gemacht haben, auch wenn es nur Kleinigkeiten waren. Ein freier Tag im Sommer, an dem man nur die Seele baumeln lassen konnte, ein Wiedersehen mit alten Freunden oder einfach nur der Lieblingsfilm im Fernsehen.
Auch wenn nicht alle Vorsätze eingehalten wurden, sollte man nicht zurückblicken und an das „was wäre wenn“ denken – ein neues Jahr bedeutet nicht unbedingt neuen Kummer oder weitere schmerzhafte Erinnerungen, sondern neue Chancen; die Möglichkeit, Dinge zu ändern, und sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Und für die Pessimisten dieser Welt: Sie sind nicht allein! Schon vor Jahren haben Wissenschaftler festgestellt, dass jeder Fünfte mehr als sechs Anläufe benötigt, um seine Vorsätze auch tatsächlich zu verwirklichen. Also denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal die Decke über den Kopf ziehen wollen.

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