Impotenz – Sind Potenzmittel die Lösung?

Täglich nehmen tausende deutscher Männer Potenzmittel ein, weil sie unter Erektionsproblemen leiden, oft auch „Impotenz“ oder in Fachkreisen „erektile Dysfunktion“ genannt. Viagra, Cialis, Levitra und Co. helfen vielen Männern über ihre „schwächsten Stunden“ hinweg, aber sie haben auch eine Schattenseite, denn wie so oft liegen Fluch und Segen dicht beieinander. Sind Potenzmittel der einzige Weg oder gibt es andere Lösungen, die nicht das Selbstbewusstsein verkrüppeln und auch keine Nebenwirkungen verursachen?

Begriffsbestimmung „Impotenz“

Bei dem Begriff „Impotenz“ ist zu unterscheiden zwischen der Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi, Sterilität, Infertilität) und der Erektionsstörung (Impotentia coeundi oder auch erektile Dysfunktion). Wenn umgangssprachlich von „Impotenz“ gesprochen wird, ist in aller Regel die erektile Dysfunktion (ED) gemeint. Bei ihr kann keine ausreichende Steifheit des Penis‘ zur Durchführung des Geschlechtsverkehrs erreicht oder aufrecht erhalten werden. In dem nachfolgenden Artikel werden die Begriffe „Impotenz“, „erektile Dysfunktionen“ und „Potenzschwäche, Potenzproblem“ synonym verwendet.

Schweregrade

Das Ausmaß von Potenzstörungen reicht von gelegentlich auftretenden Problemen bis hin zum totalen Verlust der Erektionsfähigkeit. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man erst dann, wenn die Potenzprobleme mindestens sechs Monate andauern und 70 % der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind.

Häufigkeit

Nach Schätzungen aufgrund repräsentativer Umfragen kann davon ausgegangen werden, dass alleine in Deutschland rund vier bis sechs Millionen Männer im Alter zwischen 30 bis 70 Jahren gelegentlich oder auch dauerhaft an erektiler Dysfunktion leiden. Viele von ihnen greifen in ihrer Not zu einem Potenzmittel.

Ursachen der Impotenz

Erektionsprobleme werden häufig durch eine Kombination verschiedener körperlicher und psychischer Komponenten verursacht. Ärzte gehen davon aus, dass ca. 70 bis 80 Prozent der Potenzproblemeauf überwiegend körperliche Ursachen zurückzuführen sind, wie zum Beispiel Diabetes, Testosteronmangel, Arteriosklerose, Übergewicht oder der Zustand nach einer Prostata-OP. Andere Faktoren sind Müdigkeit oder auch starke körperliche und psychische Belastungen wie Überarbeitung, durchzechte Nacht oder auch der Einfluss von Substanzen wie Alkohol und Drogen. Wie Studien belegen, tritt die Erektile Dysfunktionen nicht nur bei Alkoholabhängigkeit und regelmäßigen Alkoholmissbrauch sondern auch bei starkem Rauchen gehäuft auf.

Psychische Faktoren können geringe körperliche Defekte soweit verstärken, dass sich die Erektile Dysfunktion manifestiert. Bei ca. 20 bis 30 Prozent der Patienten ist die Ursache für die mangelnde Erektionsfähigkeit rein psychischer Natur.

Von psychischen Faktoren kann ausgegangen werden, wenn gründliche fachärztliche Untersuchungen keine organischen Ursachen erkennen ließen. Deutlich klare Hinweise auf psychische Faktoren liefern Beobachtungen wie:

  • Keine Erektion im Beisein einer Partnerin möglich, aber bei Alleinsein (Masturbation).
  • Erektion weder allein noch im Beisein einer Partnerin möglich, sie tritt jedoch spontan im Halbschlaf auf oder wenn Ängste und Hemmungen durch Alkohol gelockert sind.
  • Das Potenzproblem ist plötzlich aufgetreten, in aller Regel im Zusammenhang mit einem emotional bedeutsamen Ereignis.

Als Faustregel gilt, dass körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können, wenn der Mann am Morgen bzw. beim Masturbieren eine Erektion erzielen kann.

 I: Behandlung der Impotenz

2 Kommentare
  1. Peter sagte:

    Bei Impotenz ist meistens eine Beeinträchtigung der Gefässfunktion die Ursache. Dies kann eine Vorbote für andere Gefässerkrankungen, wie Erkrankungen der Herzkranzgefässe oder Hirngefässe sein und sollte daher auf jedenfall nicht ignoriert werden.

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    • Dr. Norbert Preetz sagte:

      Wichtiger Hinweis! Bevor man eine psychologische Behandlung erwähnt, sollte generell eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

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