Jugendlicher Medienkonsum – Schlimme Folgen?

Viele Eltern kennen das Problem: Im Alltag von Kindern und Jugendlichen ist der unstrukturierte Konsum elektronischer Medien meist nicht mehr wegzudenken. Mit dem Handy in der Hand und dem Laptop auf dem Schoß sitzt der Nachwuchs den ganzen Tag vor dem Fernseher. Dies kann sich allerdings zu Lasten des Schlafverhaltens auswirken. Während zeitlich festgelegte Aktivitäten wie Sport den Schlaf durch körperliche und geistige Auslastung fördern, kann übermäßiger Medienkonsum den Tag-Nacht-Rhythmus nachhaltig stören.

Nutzungsverhalten in Zahlen

Das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit ihrem Gesundheitsverhalten und Gesundheitszustand wurde durch eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) näher untersucht. 95,5 Prozent der elf- bis siebzehnjährigen gaben im KiGGS (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) 2007 an, täglich fernzusehen oder Videos anzuschauen. Auch der Computer und das Internet (76%), Spielekonsolen (33,5%) und Mobiltelefone (62%) befanden sich bereits in regelmäßigem Gebrauch. Außerdem war zu verzeichnen, dass die Dauer der Mediennutzung mit dem Alter zunimmt.

Medienkonsum beeinfluss Schlafqualität

Das Department of Psychiatry and Psychotherapy untersuchte im Jahr 2012 in Zusammenarbeit mit dem University Medical Center Freiburg die „Auswirkung von Medienkonsum auf Schlaf bei Kindern und Jugendlichen“. Vor allem bei Kindern die mehr als zwei Stunden am Tag vor dem Fernseher verbrachten, traten hierbei vermehrt Angst, Unruhe und ein erhöhter Widerstand vor dem Zubettgehen auf.

Ebenfalls wurde die Zweckmäßigkeit des Fernsehers als Einschlafhilfe widerlegt. Genau wie die Computernutzung führt Fernsehen eher zu längeren Einschlafzeiten, einer kürzeren Schlafdauer sowie folglich zu einer stärker auftretenden Tagesmüdigkeit. Gleichermaßen konnte aufgrund der Nutzung von Videospielen, egal ob gewaltlos oder gewalttätig, eine Veränderung der Schlafparameter festgestellt werden.

Großes Störpotenzial bringt außerdem das Handy mit sich. Von vielen Jugendlichen pausenlos genutzt, stellt es inzwischen viel mehr als nur eine Möglichkeit zu telefonieren dar. Smartphones bieten schier endlose Möglichkeiten der Ablenkung und Zerstreuung, wodurch auch die Nutzungsdauer steigt. Jugendliche und Heranwachsende gaben an, teilweise bis tief in die Nacht ihr Handy zu nutzen, oder aber öfter durch einkommende Nachrichten geweckt zu werden.

Bildschirme drehen an der Biologischen Uhr

Neben den bereits genannten Faktoren werden die Nutzer von Bildschirmen außerdem intensiv blauen Lichtwellen ausgesetzt. Hierdurch wird das Hormon Melatonin, das den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert, vermindert ausgeschüttet und die Müdigkeit wird unterdrückt. Hinzu kommen oft Muskelverspannungen oder Kopfschmerzen nach zu vielen Stunden vor einem Bildschirm.

Das Risiko, dass Jugendliche weniger als fünf Stunden schlafen, verdreifacht sich bereits nach zwei Stunden im Internet. Die durchschnittliche Schlafzeit sollte im Idealfall hingegen acht bis neun Stunden betragen. Zudem nehmen Schlafstörungen um 50 Prozent zu, wenn Jugendliche mehr als nur eine Art von Bildschirm benutzen. Vor allem unmittelbar vor dem Zubettgehen werden Kinder durch die Medien geistig erregt und können schlechter abschalten. In einer Studie die von der Online-Wissenschafszeitschrift „BMJ Open“ veröffentlicht wurde heißt es, dass vor allem Jugendliche, die die letzte Stunde vor dem Zubettgehen vor einem Bildschirm verbringen, besonders anfällig für Schlafstörungen seien.

Um die Schlafhygiene zu wahren sollten daher möglichst wenige Bildschirme im Kinderzimmer platziert und in der Nacht komplett ausgeschaltet werden. Außerdem sind regelmäßige Schlafenszeiten dem gesunden Schlaf sehr zuträglich.

http://www.bild.de/newsticker-meldungen/ratgeber/teenager-taeglich-4-6-stunden-vor-bildschirm-35246770.bild.html,02.04.2014

http://edoc.rki.de/oa/articles/ree82Zk7mmyxo/PDF/24U82E0jyj5g.pdf , 02.03.2015

http://medienbewusst.de/medienbewusst-spezial/20130624/medienkonsum-beeinflusst-schlafqualitat.html , 02.03.2015