Lachen Sie den Schmerz weg

Lachen hatte schon immer eine befreiende Wirkung. Jeder Mensch kann dies bestätigen, weil jeder schon mal durch einen Witz, einen komödiantischen Film oder einen Sketch auf der Bühne zum Lachen gebracht wurde und das Glas in dem Moment nicht als halb leer sondern als halb voll betrachtet hat. Daher scheint das Ergebnis einer Schweizer Studie1 nicht überraschend: Humor hat eine schmerzlindernde Wirkung.

Humor und Schmerz verträgt sich gut

Schon der Film Patch Adams, basierend auf dem Buch Good Health Is a Laughing Matter, konnte zeigen, dass man in schweren Zeit niemals die guten Seiten des Lebens vergessen sollte.
Viele Menschen, die unter körperlichen oder seelischen Schmerzen leiden, wünschen sich oft nicht viel mehr als ein paar Stunden Ablenkung. Ein kurzer Ausbruch aus der Realität, damit man wieder, wie es so schön heißt, „on the brigth side of life“ blicken kann. Laut der Studie eines Forscherteams soll diese glückliche Empfindung recht einfach umsetzbar sein. Sie fanden nämlich heraus, dass Menschen, die eine Komödie gesehen haben, ihre Schmerzen vergaßen. Aber ist es wirklich so einfach?

Endorphine für die körperliche Entspannung

Professor Willibald Ruch von der Universität Zürich zielte mit seiner Studie auf die Lachmuskeln der Teilnehmer ab. Er gab ihnen keine langweiligen Denkaufgaben, wie man es aus anderen Experimenten kennt, sondern zeigte ihnen Filme der britischen Komödiantengruppe Monty Python und des Schweizer Komikers Emil. Die Teilnehmer sollten sich lediglich die Filme ansehen und nach Herzenslust lachen. Danach mussten sie sich harmlosen Schmerzreizen unterziehen, wie dem Cold Pressure Test, bei dem man seine Hand in eiskaltes Wasser taucht, bis man es nicht mehr aushält. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten erstaunliches: Je mehr sich die Probanden zuvor über die Filme amüsiert hatten, desto länger konnten sie beim Cold Pressure Test ihre Hand im Wasser lassen. Warum dies so ist, kann bisher nur vermutet werden. Ein Grund kann die Endorphinausschüttung im Körper sein, da dieser sich durch die ausgelöste Entspannung vom Schmerz ablenken lässt. Auch ein Vergleichsversuch mit dramatischen Filmen konnte zeigen, dass die Schmerztoleranz ebenfalls anstieg. Dies lässt die Vermutung zu, dass sich Unterhaltung, egal ob fröhlich oder melancholisch, auf das Schmerzempfinden auswirkt.

Wirkung hat bisher Verfallsdatum

Auch wenn die Studie von Professor Willibald Ruch zeigen konnte, dass das Schmerzempfinden eines Menschen in ungeahnter Weise an seine Gefühle gebunden ist, so muss man leider auch sagen, dass die Wirkung nach kurzer Zeit wieder nachlässt. Dennoch sieht Herr Ruch durch die Ergebnisse seiner Studie die Möglichkeit, innerhalb der Medizin Fortschritte zu erzielen. Die Forscher des Züricher Teams denken hierbei vor allem an den Bedarf von Medikamenten bei Schmerzpatienten. Ein absichtlicher Einsatz von Humor könnte dann eventuell dazu führen, dass Patienten ihre Schmerzmitteldosierung reduzieren können.

1 http://www.degruyter.com/view/j/humr.2004.17.issue-1-2/humr.2004.009/humr.2004.009.xml