Konzentrationsprobleme

In dem folgenden Artikel erfahren Sie, was Konzentration ist, welche Umstände die Konzentration stören, sie positiv beeinflussen und was Sie tun können, um Ihre Konzentration deutlich zu steigern.

Wollen Sie Ihre Konzentration verbessern? Dann seien Sie gespannt und freuen Sie sich auf die Tipps, die Ihnen hier an die Hand gegeben werden.

©Helene Souza/ PIXELIO‘

I Definition von Konzentration

Das Wort Konzentration kommt von dem lateinischen Wort concentra, welches „zusammen zum Mittelpunkt“ bedeutet.

Im psychologischen Sinne bezeichnet Konzentration die bewusste und gewollte Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Vervollständigen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe. Auch die Kontrolle der Reize der Umgebung und des eigenen Körpers spielt dabei eine Rolle. Die Gedanken dürfen nicht ständig wechseln, sondern müssen über einen längeren Zeitraum bei einer Angelegenheit verweilen. Konzentration erfordert geistige Energie und lässt mit der Zeit nach, so dass der Begriff Konzentration auch die Aufrechterhaltung eines gewissen Aufmerksamkeitsniveaus beinhaltet.

II Messung von Konzentration

Mit Hilfe so genannter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsbelastungstests kann Konzentration gemessen und somit bewertet werden. Es handelt sich dabei um anerkannte Testverfahren, bei denen geprüft wird, ob bestimmte Aufgaben innerhalb eines festgelegten Zeitraums erfolgreich erledigt werden können. Ziel ist es, möglichst viele Aufgaben ohne Fehler bewältigt zu haben. Je mehr Aufgaben richtig sind, umso höher kann die Konzentration eingestuft werden.

Nachteilig an diesen Testverfahren ist, dass das angewandte Prinzip sich im Alltag kaum wiederfindet. Die schlichte Beantwortung von Fragen spiegelt zwar eine Prüfungssituation, aber nicht die Herausforderungen des täglichen Lebens anhand von praktischen Arbeiten wider.

III Einflussfaktoren auf die Konzentration

Ein entscheidender Einflussfaktor für Konzentration ist die emotionale Befindlichkeit. Eine positive Einstellung erhöht die Konzentration, wogegen eine negative Einstellung auch negativ für die Konzentration ist.

Wichtig ist ebenso die körperliche Verfassung. Müdigkeit oder Erschöpfung bieten keine günstige Voraussetzung, um eine hohe Konzentration zu erzielen. Übungen zu Konzentration (z.B. Konzentrationsspiele) und Entspannungsmethoden (wie Meditation, Yoga, Selbsthypnose) oder Tagschlaf (10 bis 30 Minuten) können hingegen die Fähigkeit zur Konzentration fördern. Moderater Ausdauersport wirkt sich auf die Stimmung und damit auch auf die Konzentration positiv aus.

Eine ausgewogene Ernährung ist ebenfalls positiv für die Fähigkeit zur Konzentration. Vorteilhaft ist es auch, auf förderliche Umgebungsbedingungen (zum Beispiel Ruhe) zu achten. Meistens ergänzen und bedingen sich die Einflussfaktoren gegenseitig.

IV Blockaden – Was verhindert eine gute Konzentration?

IV.1 Was ist eine Blockade?

Erfolgsblockaden lösen für eine bessere Konzentration

Erfolgsblockaden lösen für eine bessere Konzentration

In der Psychologie bedeutet eine Blockade, dass eine Person nicht in der Lage ist, ihre Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt bestmöglich zu nutzen. Dies ist besonders in Situationen, bei der gute Leistungen erforderlich sind, ein Hindernis für den Erfolg, so dass mit dem verursachten Misserfolg eine erneute Blockade bedingt wird. Es entsteht ein Teufelskreis aus Versagen, Angst vor wiederholtem Versagen, Erwartung des Misserfolges und dem selbst heraufbeschworenem Misserfolg.

Dabei wird die Angst vor Versagen wiederum ausgelöst durch Angst vor Blamage, Strafen, fehlender Anerkennung sowie sozialer Ausgrenzung.

Blockaden haben damit immer auch eine psychische Ursache, die im Zweifelsfall mit Hilfe eines Therapeuten oder Coaches angegangen werden kann.

IV.2 Arten von Blockaden, die eine gute Konzentration verhindern

Blockaden können in ganz unterschiedlicher Art und Weise auftreten und die Konzentration stören. Bereits als Einflussfaktoren von Konzentration genannt, sind der eigene körperliche Zustand und die emotionale Stimmung bedeutsam. Krankheiten, Medikamente oder Drogen und wenig Schlaf erschweren die gute Konzentration ebenso wie einschneidende Ereignisse, schlechte Nachrichten oder anstehende persönliche oder berufliche Prüfungssituation.

Häufig stören auch Ablenkungen oder Unterbrechungen die Konzentration. Dank der neuesten Kommunikationsmedien besteht der Trend zur ständigen Erreichbarkeit. Das häufige Klingeln des Smartphones und das Aufblinken bei einer neuen E-Mail verführt dazu, nachzuschauen, ob es interessante oder relevante Neuigkeiten gibt. Mit jeder Ablenkung ist die Konzentration unterbrochen, da diese laut Definition die längere, ununterbrochene Beschäftigung mit einem Thema oder einer Aufgabe voraussetzt. Auch das Hinzukommen neuer, dringenderer Arbeiten verhindert eine durchgängige Konzentration auf eine Aufgabe. Zerstreutheit und Überlastung sind keine günstigen Voraussetzungen für die Konzentration auf einen Sachverhalt.

Es kann zur Gewohnheit werden, ständig mit mehreren Angelegenheiten gleichzeitig beschäftigt zu sein. Anstatt eins nach dem anderen zu erledigen, verfällt man dem Multitasking, was dazuführt, dass man kaum eine Überlegung bis zum Ende durchdacht hat. Fehler und Unaufmerksamkeit sind die Folge.

Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, muss gelernt und geübt werden. In der Schule wird die Fähigkeit zu guter Konzentration jeden Tag trainiert. Wer aber nach der Schule diese Fähigkeit nicht weiter nutzt, hat in späteren Jahren Probleme, wenn eine Weiterbildung ansteht und diese Fähigkeit erneut gefragt ist.

Eine geringe Frustrationstoleranz behindert die Konzentration nach einem Misserfolg. Wenn eine Schwierigkeit auftaucht oder nicht der gewünschte Erfolg bei der Erledigung einer Aufgabe eintritt, verursacht dies häufig eine solche Irritation, dass die Aufgabe abgebrochen wird. Gleiches gilt, wenn von Anfang an unklar ist, wozu eine Arbeit dient oder wie man sie erledigt.

Fehlendes Interesse an der Aufgabe stört die Konzentration.

Eine negative Einstellung, beispielsweise durch Zeitdruck, das Gefühl, die Arbeit nicht bewältigen zu können oder sich innerlich dagegen zu wehren, sind ebenfalls hinderlich. Man sollte sich auch nicht selbst verurteilen, wenn die Konzentration zu wünschen übrig lässt, da dies weder Motivation noch Konzentration steigert, sondern im Gegenteil sogar noch unzufriedener macht.

Es nutzt auch nichts, die Arbeit vor sich herzuschieben und auf bessere Bedingungen zu warten oder sich einzureden, man müsse zuvor andere Dinge erledigen. Motivation (zum Beispiel ein Lob vom Chef) ist ebenfalls für die Aufrechterhaltung der Konzentration förderlich.

Das Problem der Prokrastination (Aufschieberitis) ist weit verbreitet. Die Fähigkeit, diese zu überwinden, kann man erlernen.

Mehr über die Arten der Blockaden erfahren Sie in dem Buch „Konzentration“ von Sam Horn (1996).

V Tipps zur Verbesserung der Konzentration

Blockaden überschneiden und bedingen sich vielfach gegenseitig. Der erste Schritt zur Überwindung von Konzentrationsproblemen besteht darin, mögliche Ursachen dafür zu erkennen. Äußere Ablenkung kann man am leichtesten überwinden. Handys können lautlos gestellt, die E-Mail-Funktion ausgeschaltet werden. Besonders bei komplexen Gedankengängen reicht eine kleine Störung aus, um den sprichwörtlichen Faden zu verlieren. Häufige Ablenkung am Arbeitsplatz sollten Sie vermeiden. Vielleicht können Sie feste Sprechzeiten oder Telefonzeiten einführen. Sinnvoll ist es auch, sich Notizen zu machen, zum Beispiel mit Aufgaben, die noch erledigt werden müssen. Somit werden Ihre Gedanken von unwesentlichen Nebeninformationen freigehalten.

Die Einrichtung des Schreibtisches kann für Ablenkung sorgen. Um eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sollten Lichtverhältnisse und Sitzhaltung bestmöglich angepasst sein. Laute Geräusche sollten Sie am besten abstellen. Wenn das nicht geht, ist es besser, diese zu akzeptieren und sich nicht innerlich dagegen zu wehren. Dies beeinträchtigt die Konzentration nur noch mehr.

Kleine Arbeiten, die weniger als zwei Minuten erfordern, sollten Sie sofort erledigen. Dann haben Sie  den Kopf frei für wesentliche Dinge und schon erste, wenn auch kleine Erfolge erzielt. Das motiviert Sie wiederum für die nächsten Aufgaben.

Andererseits sollte man die wichtigsten Aufgaben zuerst anpacken. Das Erledigen einer wichtigen oder unangenehmen Aufgabe gibt Ihnen ein besonders positives Erfolgsgefühl, weil es danach nur noch leichtere Aufgaben gibt.

Eine gute Strategie besteht darin, jeden Tag mit der wichtigsten Aufgabe zu beginnen. Dabei sollten Sie sich an Ihren persönlichen Hochphasen orientieren. Wer morgens eine gewisse Zeit braucht, um eine gute Konzentration für den Tag zu erreichen, sollte zunächst leichtere Arbeiten angehen. Aufwändigere Aufgaben können dann nach einer gewissen Aufwärmphase in Angriff genommen werden, wenn Ihr persönlicher Biorhythmus eine gute Fähigkeit zur Konzentration ermöglicht. Allerdings sollten Sie aufpassen, dass für die wichtigen Aufgaben noch Arbeitszeit übrigbleibt und Sie diese nicht von einem Tag zum anderen vor sich her schieben.

Der Anreiz einer Belohnung fördert Ihre Konzentration ebenfalls. Dies können Sie gezielt nutzen, indem Sie sich zum Beispiel etwas gönnt, wenn Sie Ihr Ziel (oder auch nur ein Teilziel) erreicht haben.

Wenn man sich von der Arbeit überfordert fühlt, sollte man zuerst klären, woran das liegt. Haben Sie zu viele Projekte, sollten Sie versuchen, diese auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren. Das Gleiche gilt, wenn Sie nicht für die Aufgaben qualifiziert sind. Wenn nur die Herangehensweise unklar erscheint, hilft ein Brainstorming allein oder in der Gruppe, um Ziele, Methoden und Fragen zu bestimmen, Ratlosigkeit zu beseitigen und die Konzentration auf die richtigen Bahnen zu lenken. Manchmal hilft auch eine kurze Pause, in der Sie die Aufgabe gedanklich und praktisch ruhen lassen, um mit neuer Konzentration an das Thema heranzugehen.

Falls eine persönliche Belastung der Grund für Ihre mangelnde Konzentration ist, kann es helfen, die Probleme aufzuschreiben. Einerseits können Sie sie so symbolisch unterbrechen und von sich wegschieben, andererseits gehen wichtige Fragen nicht verloren. Sie sind auf Papier festgehalten, so dass sie nach dem Feierabend wieder aufgenommen und gelöst werden können.

Konzentration kann man lernen und üben.

Das Erlernen von Entspannungsmethoden (zum Beispiel durch Selbsthypnose) kann die Aufmerksamkeit und Konzentration stärken. Die wenige Zeit, die für ein solches Training investiert wird, macht sich bezahlt, weil anschließend die Bedingungen für eine gute Konzentration sehr viel besser sind. Diese ist sehr nützlich, weil die Fähigkeit zur Konzentration der wichtigste Faktor für Erfolg in Schule, Studium und Beruf ist.

Verbesserung der Konzentration durch Selbsthypnose

Ein entspannter Mensch ist gegen Störungen, zum Beispiel durch Geräusche, viel resistenter als ein nervöser oder erregter Mensch. Mit Hilfe der Selbsthypnose können Sie Ihr Stresslevel auf ein optimales positives Niveau vermindern und sich sogar gezielt vor Störungen abschirmen. Eine bewährte Suggestion hierfür lautet: Geräusche sind ganz gleichgültig.

Eine phantastische Möglichkeit der Selbsthypnose zur Steigerung der Konzentration besteht darin, ein Schlüsselwort zu verankern, durch dessen Anwendung sich die Konzentration innerhalb von Sekunden dramatisch verbessern kann. So kann man das Unterbewusstsein darauf programmieren, dass durch Verwendung das Schlüsselwort „Fokus“ die Konzentration fokussiert wird wie das Licht einer Taschenlampe im Dunkeln.

Mit Hilfe der Selbsthypnose können Sie nicht nur Ihre Konzentration drastisch verbessern, sondern auch Ihr Gedächtnis und Ihre Merkfähigkeit.

Am leichtesten lernen Sie die Selbsthypnose in einer Sitzung mit einem erfahrenen Therapeuten, in einem guten Seminar oder auch mit Hilfe einer guten Suggestions-CD wie beispielsweise der Begleit-CD aus dem Buch „Nie wieder Angst„.

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