Leistungssteigerung in Studium, Beruf und Sport

„Der Gegner im eigenen Kopf ist schlimmer als der auf der anderen Seite des Netzes.“ (Timothy Gallwey, Tennistrainer, Buisness-Coach und Bestsellerautor)

„Das Match wird zwischen den Ohren gewonnen.“ (Boris Becker)

Ebenso wie gesundheitliche Probleme sind auch Leistungsprobleme Ausdruck von unverarbeiteten ”inneren” Themen, die gelöst werden wollen. Die Bearbeitung dieser Hintergrundthemen führt zu einer neuen emotionalen Freiheit, die sich in besseren Leistungen äußern.

Der nachfolgend beschriebene Behandlungsansatz von Leistungsproblemen ist in allen Leistungsbereichen erfolgreich (Sport, Kunst, akademische Leistungen, Leistungen im Bereich der Wirtschaft, etc.). Exemplarisch werden Beispiele aus dem Sport gebracht, die sich jedoch auf andere Leistungsbereiche übertragen lassen.

Egal, wie hoch die Leistungsvermögen von Sportlern sind, sie werden immer bestätigen, dass

a) sie sich noch weiter verbessern könnten und
b) das Haupthindernis im mentalen Bereich zu suchen ist.

Um die Leistungen eines Athleten (Wissenschaftlers, Geschäftsmannes, etc.) deutlich zu verbessern, muss auf zwei Ebenen angesetzt werden.

1.) Die Komfort-Zone

Die Komfortzone ist der mentale Bereich, zu dem der Betreffende sich unterbewusst zugehörig fühlt (s. a. ”Armutskomplex). Sie bestimmt das reale Leistungsniveau ähnlich, wie ein Thermostat die Raumtemperatur in einem bestimmten Bereich hält. Ohne die Komfort-Zone zu verändern, sind Leistungssteigerungen wahrscheinlich nur kurzfristiger Natur.

Ziel der Interventionen ist es, das Mentale Selbstbild des Betreffenden so zu verändern, dass er sich zu einem höheren Leistungslevel zugehörig fühlt.

2.) Spezifische Leistungsbarrieren

Es gibt zahlreiche Leistungsbarrieren. Nachfolgend sollen die wichtigsten aufgeführt werden:

Glaubenssätze

Sehr viele Menschen sind voll beladen mit limitierenden (und oft unbewussten) Glaubenssätzen. Diese sind aufzudecken und durch adäquatere, leistungsfördernde zu ersetzen. Dazu ist es oft erforderlich, spezifische Lebensereignisse zu bearbeiten, die zu den limitierenden Glaubenssätzen geführt haben.

Angst vor Strafe

Es kann die eine Angst vor Strafe bei Erfolg wie auch bei Misserfolg bestehen. So kann unbewusst die Angst vor Liebesverlust bestehen, wenn eine wichtige Bezugsperson übertrifft.

Begrenzende emotionale Reaktionen

Hierher gehört der Angstgegner oder die Angst vor einem bestimmten Publikum, einem bestimmten Stadium etc.

Ausblenden von unwichtigen Leistungsaspekten

Viele Athleten fokussieren sich ausschließlich auf das, was sie gut können, vernachlässigen aber bestehende kleine ”Bremsklötze”, die messbar zur Gesamtleistung beitragen.

Die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit sind nicht nur körperlicher Natur. Sie sind auch in unserem Kopf. Hierzu ein Beispiel:

Bis 1952 galt es als unmöglich, die Meile in vier Minuten oder weniger zu laufen. Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen gaben schlüssige Begründungen, warum das unter keinen Umständen ginge. Wenn jemand die Meile schneller als in vier Minuten liefe, würde ihm das Herz aus der Brust springen und er würde sofort sterben.

Im Jahr 1953 lief Roger Benister (England) als erster die „vier Minuten Meile“. Eine Woche später durchbrachen 119 weitere Läufer die „magische“ Grenze. Nachdem man WUSSTE, dass es möglich ist, WAR es auf einmal möglich.
Mittels Hypnose kann man dem Unterbewusstsein Überzeugungen vermitteln, die die bisherigen Grenzen und Glaubenssätze weit überschreiten. Hat das Unterbewusstsein etwas einmal als wahr akzeptiert, wird es alles unternehmen, dies auch geschehen zu lassen.

Die Überzeugung, dass ein bestimmtes Ziel nicht erreicht werden kann macht dieses Ziel auch unerreichbar. Die Erwartung zu versagen, wirkt wie eine eingebaute Automatik, die zum Versagen führt.

Überlegen Sie einmal was geschehen würde, wenn Sie Ihre limitierenden Glaubenssätze überwinden würden?

Wer innerlich verkrampft, wer sich selbst nichts zutraut, wer immer das Schlechteste erwartet, der wird oft genug in seinen Erwartungen bestätigt. Genau so funktioniert es allerdings auch in die andere Richtung. Ganz gleich, ob auf dem Tennisplatz oder beim wichtigen Meeting – die innere Einstellung entscheidet maßgeblich über Spiel, Satz und Sieg.

Hier ein kurzes Beispiel aus dem Leistungssport.

Um die Anonymität zu wahren, wurden einige Angaben ausgelassen (Sportart) oder verändert.

Tim, ein Schüler und Leistungssportler wurde vor ca. zwei Jahren von seinem Trainer zu mir geschickt. Dieser beschrieb ihn als talentierten Spieler, der auch an den Deutschen Meisterschaften teilnahm, der jedoch viele Wettkämpfe verlor, obwohl er sie von seinem Leistungsvermögen und aktuellen Leistungsstand hätte gewinnen können. Oft war der Sieg schon in Reichweite. Ein Fehler reichte aus, und Tim steigerte sich in sein „Versagen“ hinein, so dass er den Sieg dann meistens verschenkte, auch wenn er deutlich leistungsstärker war als die anderen. Er würde teilweise regelrecht „ausflippen“. Es habe auch schon Wettkämpfe gegeben, wo er „drei Stunden durchgeheult“ hätte. Es gab auch einen Angstgegner, der ihm das Leben schwer machte (genauer gesagt, er machte sich das Leben selbst schwer).

Tim war bereits seit zwei Jahren in sportpsychologischer Betreuung (Mentaltraining einzeln und in der Gruppe). Dieses Problem erwies sich jedoch als änderungsresistent, so dass Tim weiterhin mit seinen Leistungen deutlich unter seinen Fähigkeiten blieb.

Die Sitzung umfasste insgesamt drei Einheiten á 45 Minuten, die an einem Nachmittag durchgeführt wurden. Sowohl der Trainer als auch der Vater des Sportlers nahmen an dem Gespräch zur Zielfindung teil, das den ersten Teil der Sitzung ausmachte.

In der Sitzung wurden Themen bearbeitet, die als Auslöser hinter den emotionalen Überreaktionen standen und diese auslösten.

Anschließend wurde mit Hilfe von Suggestionen eine (vom Trainer zugearbeitete) optimale Strategie sowie ein ruhiges, zuversichtliches Selbstbewusstsein im Unterbewusstsein von Tim verankert. Er bekam Strategien vermittelt, mit denen er die Wut – falls sie wieder einmal auftreten sollte – bewältigen konnte.

Vier Tage nach der Sitzung erhielt ich eine Email des Vaters, der mir mitteilte, dass sein Sohn Landesmeister geworden sei. Sein Auftreten beschrieb er als „souverän, gelassen und mit viel Ausstrahlung“ – also ein erster, schöner Erfolg.

Drei Wochen nach der Sitzung erhielt ich folgende Email des Trainers:

„Hallo Herr Doktor Preetz,
kürzlich war ein Schüler von mir bei Ihnen, Tim X, ein talentierter Sportler, der sich oft selbst im Weg steht. … Folgendes ist mir bei Tim, als sein Trainer aufgefallen:

Vorher (vor der Behandlung)

  • Wenn Tim mit sich redet und diskutiert, verliert er meistens sein Selbstvertrauen und verliert. Tim gibt innerlich auf und kämpft nicht mehr.
  • Tim rastet aus, legt sich immer auf den Boden (zeigt seinem Gegner wie schwach er ist).
  • Er jammert laut vor sich hin ohne sich wieder einzubekommen.
  • Tim redet vorher schon oft was passiert wenn er verliert, vor allem bei großen Namen.

Nachher

  • Tim ist viel ruhiger geworden.
  • Auch eine Niederlage bringt ihn nicht aus dem Gleichgewicht.
  • Tim war in der Nebenrunde an 1 gesetzt und hat sich sehr souverän durchgesetzt, auch gegen Gegner, gegen die er vorher glatt verloren hat.
  • Tim kann sich auf Situationen schneller einstellen, sieht sich selbst besser.
  • Man kann mit ihm über Fehler und Positives reden ohne das Tim das falsch auffaßt.
  • Die mentale Einstellung hat sich um 70 % gebessert, ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.
  • Wenn Tim sein ganzes Potential entfaltet kann er es unter die ersten 10 in Deutschland schaffen.

Ganz ist seine alte Schwäche noch nicht verschwunden, aber es ist viel besser geworden, wie sollen wir weiter vorgehen?

Mit freundlichen Grüßen“

(Trainer von Tim )

Acht Wochen nach der Sitzung gab der Trainer per Email eine weitere Rückmeldung:

„Hallo Herr Doktor Preetz,
mit Tim ist es deutlich besser geworden. Er hat sehr schöne Erfolge für sich gehabt. Am Wochenende hat er das 3. Turnier in Folge gewonnen. Das gab es bisher nicht.

Ich habe Tim gefragt, was mehr gebracht hat, das bisherigerige Coaching (2 J. Zus.-at.) oder die Hypnosesitzung. Die Antwort war eindeutig: Dr. Preetz (war f. ihn ein einschneidendes Ereignis).

Es hat sich 70% im mentalen Bereich verbessert.

Tim jetzt Nr. 15 in Deutschland. Er wird jetzt die ersten 10 in Angriff nehmen.

Mit freundlichen Grüßen“

(Trainer von Tim )

Zwei Jahre und zwei Monate nach der Sitzung wandte sich der Trainer erneut an mich:

„Hallo Herr Dr. Preetz,
vor ca. 1 1/2 Jahren war mein Schüler Tim bei Ihnen, mit sehr großem Erfolg. Er ist danach durchgestartet und es ging von da ab kontinuierlich nach oben mit ihm. Im Augenblick ist Tim die Nummer 1 in seinem Bundesland, die Nummer 4 in Deutschland und unter den ersten 50 in Europa. Er versucht, sich seit 3 Montagen unter die ersten 10 zu spielen, scheitert aber immer daran nach teilweise hohen Führungen.“

Er fragte an, ob die Hypnose helfen könnte, gegenwärtig bestehende Probleme zu überwinden, die Tim daran hindern würden, sein Leistungsvermögen noch weiter auszuschöpfen.

Es wurde eine erneute Sitzung durchgeführt, um die aktuellen Blockaden zu überwinden.

Neun Wochen später erhalte ich per Email folgende Rückmeldung:

„Hallo Herr Dr. Preetz,
nach ihrer Sitzung hatte ich Deutsche Meisterschaft und bin ins Viertelfinale gekommen!

Direkt im Anschluss bin ich nach Portugal geflogen und bin auch ins Viertelfinale gekommen! …

Liebe Grüße,
Tim.“

Wie an diesem Beispiel deutlich wird, kann die Hypnose nicht nur angewendet werden, um „negative“ Zustände zu mindern (Krankheit), sondern auch, um Stärken auszubauen, um in Beruf und Sport noch erfolgreicher zu werden. Die Ergebnisse der Hypnosesitzung mit anschließender regelmäßiger Selbsthypnose sind tiefgreifend und von langandauernder Wirkung. Dieses Herangehen stärkt die Eigenkompetenz des Sportlers / der Führungskraft und gibt ihm zusätzlich Möglichkeiten in die Hand, selbst etwas für seinen Erfolg zu tun. Dennoch kann eine kontinuierliche Begleitung (durchaus mit einem Sitzungsabstand von mehreren Monaten oder einem Jahr) Sinn machen.

Gedächtnis-Aktivierung mit Hypnose

Mit Hilfe von Hypnose und Selbsthypnose ist es möglich, alle Funktionen des Körpers zu beeinflussen, so auch das Gedächtnis.

Unser Gehirn ist wie ein Supercomputer mit einer riesigen „Festplatte“. Alles, was wir jemals in unserem Leben erlebt und mit unseren Sinnen wahrgenommen haben, ist im Unterbewusstsein gespeichert und kann wieder erinnert werden. In Träumen geschieht das manchmal spontan. Man träumt etwas aus einer lange zurückliegenden Zeit und es stellt sich heraus, dass die Traumerinnerung den Tatsachen entspricht.

Mit Hilfe der Hypnose – genauer gesagt der tiefen Hypnose – ist es möglich, eine Hypermnesie zu erzeugen, eine gesteigerte Erinnerungsfähigkeit. So wird es möglich, Erlebnisse selbst aus frühester Kindheit mit allen Details wieder auftauchen zu lassen. Da das Unterbewusstsein unabhängig von unserem Bewusstsein alles speichert, lassen sich sogar Sätze erinnern, die beispielsweise während einer Narkose von den Operateuren gesprochen wurden. Wenn es sich um negative Suggestionen handelt wie „Der Patient wird wohl nie wieder gesund werden“, können diese den Krankheitsverlauf in dramatischer Weise negativ beeinflussen.

Die Fähigkeit schnell zu lernen, und auch lange zurückliegende Dinge zu erinnern kann also mit Hilfe der Hypnose – und auch mit Hilfe der Selbsthypnose – erheblich verbessert werden. Hier ein paar Beispiele für die gezielte Anwendung dieser Möglichkeiten:

  • Lernen und Gedächtnis
  • Wiederaktivierung von Sprachen oder früherem Wissen
  • Wiederfinden verlegter Wertgegenstände
  • Hilfe zur Aufklärung von Straftaten
  • Erinnern und Mobilisieren von früheren Fähigkeiten und Ressourcen zur Bewältigung aktueller Probleme
  • Aufdecken der Ursache von seelischen und körperlichen Problemen

Hypnose kann aber noch mehr. Wenn Sie neugierig geworden sind, schauen Sie sich das unter Punkt 3 erwähnte Video an. Die hier dargestellten Möglichkeiten sind in jedem Menschen vorhanden. Auch bei Ihnen!

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