Showhypnose bzw. Bühnenhypnose

Die Heilhypnose wird immer noch oft mit der Bühnen-Hypnose (Show-Hypnose) in Verbindung gebracht oder mit ihr gleichgesetzt. Dazu trägt insbesondere die starke Medienpräsenz der Showhypnose / Bühnenhypnose bei.
Die medizinische Hypnose unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der Showhypnose: Sie zielt darauf ab, den Menschen zu selbstbestimmter geistiger und körperlicher Gesundheit, sowie zur Entfaltung seiner Kräfte, Fähigkeiten und Gesundheit zu verhelfen. Ziel ist die UNABHÄNGIGKEIT vom Therapeuten. Ich sage immer: „Wir bauen hier das Schiff, mit dem Sie den therapeutischen Hafen verlassen“. Die medizinische Heilhypnose setzt die Verpflichtung zu verantwortlichem Einsatz der Hypnose und den ärztlichen Grundsatz nil nocere (nicht schaden) voraus.

Ganz anders verhält es sich bei der Showhypnose: Sie bedient sich verschiedener Tricks, um schnellstmöglich Effekte erzielen zu können. Um es deutlich zu sagen, es handelt sich bei der Bühnenhypnose um eine Show, d. h., es geht nicht um Information, sondern darum, das Publikum zu beeindrucken (und auch zu täuschen). Rücksicht auf die Würde, die Individualität und die Gesundheit des Menschen wird dabei nicht immer genommen. Mitunter werden auch sehr oft Demonstrationen durchgeführt, von denen bekannt ist, dass sie den Hypnotisierten schädigen oder schädigen können. Als Beispiele könnte hier die kataleptische Brücke genannt werden, bei der sich der Hypnotiseur auf den Hypnotisanden stellt, der nur mit dem Hinterkopf und den Füßen auf zwei Stühlen aufliegt.

Um es ganz klar zu sagen, ich lehne das Durchführen von öffentlichen Hypnosedemonstrationen nicht ab. Im Gegenteil, wenn sie seriös durchgeführt werden, der Information dienen und nicht auf Kosten des Hypnotisierten durchgeführt werden, dann können sie in hohem Maße dazu beitragen, den Wert und die Möglichkeiten der Hypnose, insbesondere auch im Rahmen der Medizin, bekannt zu machen. Ich selbst führe bei Vorträgen gerne Hypnosedemonstrationen durch, um die erstaunlichen Fähigkeiten zu demonstrieren, die in jedem von uns schlummern. Weil Bühnenhypnosen in der Praxis jedoch nur mit dem Zweck der Show durchgeführt werden und Angst und falsche Vorstellungen über die Hypnose verbreiten, tragen sie in aller Regel nicht zur Aufklärung bei, sondern dazu, dass viele Menschen Angst vor der Hypnose bekommen und deren Einsatz für Heilzwecke für sich nicht in Betracht ziehen. Das Wichtigste, das ich vor JEDER therapeutischen Hypnose zu tun habe, ist die Aufklärung des Patienten über die ängstigenden Fehlvorstellungen, die durch die Showhypnose geprägt wurden und die oftmals eine wirksame therapeutische Hypnose verhindern (s. Vorbereitung der Hypnosetherapie).

Die Erfahrung der öffentlichen Zurschaustellung als willenloses Opfer und der Manipulationen des „Meisters“ auf der Bühne werden bisweilen als traumatisch erlebt und können zu Folgeproblemen führen, die eine psychotherapeutische Behandlung notwendig machen. Aufgrund der möglichen psychischen Folgen der Bühnenhypnose haben einige Länder (Schweden, Israel, Kanada, Südafrika) die Showhypnose ganz verboten.