Angst, eine natürliche Schutzreaktion des Körpers

Angst ist eine natürliche und biologisch sinnvolle Warn- und Schutzfunktion des Körpers, die uns hilft, Gefahren zu erkennen und die nötigen Energien zu mobilisiert, um blitzschnell angemessen zu reagieren und somit zu überleben und die Art zu erhalten. Sie mahnt uns zu Vorsicht und erhöhter Aufmerksamkeit.

In Gefahrensituationen wird unser vegetatives Nervensystem in Sekundenbruchteilen in Anspannung und Handlungsbereitschaft versetzt. Es kommt zur Ausschüttung von Adrenalin. Kreislauf und Muskelapparat werden in Alarmbereitschaft versetzt. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an. Körper und Geist sind konzentriert und in höchster Leistungsbereitschaft.

Solche Alarmreaktionen laufen in Sekundenbruchteilen ab, weil unser Nervensystem über fertige „Programme“ verfügt, die in Gefahrensituationen automatisch abgerufen werden können.

Körperliche Reaktionen wie Unruhe, Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Übelkeit, die mit diesen Stresssituationen verbunden sind, erleben wir als Angst. Sie sagen uns „Achtung, Gefahr“. Ist die Gefahr vorbei, klingt die Angstreaktion wieder ab und Entspannung stellt sich ein.

Die Schwelle zwischen gesunder und krankhafter Angst

Die Grenzen zwischen gesunder und krankhafte Angst sind fließend. Ängste reichen von einem mulmigen Gefühl bis hin zu heftigen Angstgefühlen mit starken körperlichen Beschwerden. Von krankhaften Ängsten spricht man, wenn sie bezüglich Intensität oder Dauer außer Kontrolle geraten, wenn sie das Gefühlsleben, die Handlungsfähigkeit sowie den Alltag der betroffenen Menschen einschränken und zu beherrschen beginnen.

Krankhafte Ängste führen nicht zu sinnvollem Verhalten, sondern sie lähmt und blockiert. Sie sind unverhältnismäßig stark oder anhaltend und stehen in keinem Verhältnis zu der auslösenden Situation. Geringste Anlässe führen zu lang anhaltenden Phasen der Angst oder zu heftigen Angstreaktionen, beispielsweise bei Phobien oder Panikattacken. Von krankhafter Angst spricht man auch, wenn jemand länger als ein halbes Jahr unter Ängsten leidet und aufgrund der Ängste seine beruflichen oder privaten Ziele nicht verwirklichen kann.