I Die Definition von „Burnout“

Der Begriff „Burnout“ stammt aus dem Englischen von „to burn out“, was übersetzt „ausbrennen“ bedeutet. Es entspricht dem Verlöschen eines abgebrannten Streichholzes oder dem Zustand eines ausgebrannten Gebäudes. Motorradfahrer verwenden den Begriff Burnout für den Verschleiß eines Reifens, wenn bei festgehaltener Vorderradbremse so viel Gas gegeben wird, dass das Hinterrad durchdreht, zu rauchen beginnt oder Feuer fängt. Auf diese Weise lässt sich ein Reifen in wenigen Minuten „abfahren“.

In der Medizin wird „Burnout“ als der Endzustand einer Entwicklung definiert, als eine Form chronischer Erschöpfung. Der Begriff „Burnout“ wurde 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger eingeführt. „Helfende Berufe“ fielen ihm durch besonders häufige Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit oder Frühberentung auf. Tatsächlich sind Personen aus der Wirtschaft oder aus Helfenden Berufen, zum Beispiel Ärzte, Inhaber von Pflegeberufen, Rettungsdienstpersonal, Lehrer, Erzieher oder Sozialarbeiter besonders häufig betroffen, insgesamt durchzieht die Krankheit aber Menschen aller sozialen Schichten.

Burnout hat sich in den letzten Jahren als moderne Zivilisationskrankheit entwickelt und wird als Folge einer hohen beruflichen Arbeitsbelastung verstanden. Allerdings wird der Begriff „Burnout“ heute inflationär für alle Störungen der Stressbewältigung und Motivation im Beruf verwendet.

II Symptome für Burnout

Die Symptome des Burnout-Syndroms sind sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen wie Kopfschmerzen oder Drehschwindel. Angefangen bei Negativismus, Grübeln oder Schlafstörungen können die Folgen bis zu Angstzuständen, Depressionen, Selbstmordgedanken und Suizidialität reichen. Ebenfalls ist eine erhöhte Suchtgefährdung typisch: Das Suchen von Trost und Ablenkung in Alkohol, Tabak, Drogen, häufigem Essen, Internet- und Computerspielen oder häufiger Sexualität sind keine seltenen Begleiterscheinungen.

Dabei ist das Burnout nur das Endstadium, ein Gefühl existenzieller Verzweiflung.

Das Burnout äußert sich durch Zynismus und Ablehnung von Kollegen, Klienten und der eigenen Arbeit sowie einer überwiegend negativen Einstellung zum Leben. Empfinden von Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit verdichten sich zur Depression. Zuletzt ist es ein Gefühl der totalen Sinnlosigkeit, das oft in selbstverletzendem Verhalten und Suizid endet.

 II.1 Folgen für die Arbeit

Für die Arbeit bedeutet dies das Nachlassen von Motivation, Leistungsfähigkeit und Kreativität. Häufige Krankschreibungen, Ausfallzeiten, Kündigungen oder Arbeitsplatzwechsel sind die Folgen. Das Engagement und die Bereitschaft zur Hingabe kehren sich ins Gegenteil um. Die Arbeitsbereitschaft ist deutlich verringert und wird oft auf den Dienst nach Vorschrift reduziert.

 II.2 Folgen für das Privatleben

Neben dem Abbau der Arbeit zeigt das Burnout generell eine Verflachung des emotionalen, mentalen und sozialen Lebens. Im Privatleben ergeben sich ebenfalls Folgen: Es ist ein teilweiser bis vollständiger Rückzug aus der Öffentlichkeit zu beobachten, der sich vor allem in einer Reduzierung der sozialen Kontakte äußert. Freundschaften werden kaum noch gepflegt, Partner werden vernachlässigt. Es kommt häufig zur Trennung vom Lebensgefährten beziehungsweise von der Lebensgefährtin und zur Vereinsamung.

III Welche Faktoren führen zu Überlastung, totaler Erschöpfung und Burnout?

 III.1 Gesellschaftliche Ursachen für das Burnout

Der Zerfall familiärer und sozialer Bindungen führt zu wachsender Anonymität und Unpersönlichkeit. Die Arbeit wird immer wichtiger als Quelle für Befriedigung. Die Menschen sind immer weniger  bereit, nicht optimale Arbeitsbedingungen zu akzeptieren.

Aus Angst vor Arbeitslosigkeit nehmen Betroffene höhere Belastungen und schlechtere Arbeitsbedingungen in Kauf. Das macht unzufrieden und erleichtert das „Ausbrennen“.

 III.2 Soziale und betriebliche Ursachen für das Burnout

Zu den sozialen und betrieblichen Ursachen von Burnout gehört die Unzufriedenheit mit der Arbeit: ein hoher Leistungsdruck, Überstunden oder berufliche Veränderungen. Der Berufseinstieg, ein Wechsel der Arbeitsstelle, des Vorgesetzten oder Ähnliches sind häufig Auslöser für das Burnout. Deswegen ist ein guter Einführungsprozess vor allem bei Berufsanfängern als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig.

Außerdem sind nicht eindeutig definierte Ziele und Erfolgskriterien oder wenn der Betroffene Ziele verfolgen muss, die gegen seine eigenen Wertvorstellungen verstoßen, Ursachen für ein Burnout.

Hinzu kommen unbefriedigende Bedingungen der Arbeit, wie ein schlechtes Arbeitsklima, keine Unterstützung durch Kollegen, „schlechter“ Kontakt zum Vorgesetzten, zu starke Kontrolle, zu wenig Rückmeldung, Lob und Anerkennung, wenig Autonomie und Entscheidungsfreiheit, wenig abwechslungsreiche Arbeit, zeitraubende oder sinnlose Verwaltungsarbeit. Diese begünstigen zusätzlich das Burnout.

III.3 Persönliche Ursachen für das Burnout

Ganz allgemein sind als persönliche Ursachen für das Burnout die verminderte Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit, private Probleme in der Familie oder Partnerschaft oder eine schlechte Ausbildung, die Misserfolge provoziert, zu nennen.

Psychisch spielt die Diskrepanz zwischen Wunschbild und Realität eine wichtige Rolle. Ist sie zu groß, steigt die emotionale Enttäuschung, die die Grundlage der Krankheit darstellt.

Auch die Neigung zu Ängstlichkeit und Depressivität sowie mangelndes Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl und eine negative Einstellung, ständige Sorge und häufiges Grübeln begünstigen ein Burnout. Menschen, die nicht Nein sagen können und sich nicht ausreichend Grenzen setzen, sind besonders betroffen.

Weitere psychische Begünstigungen liegen bei Perfektionismus vor, da dies einen hohen, unnötigen Arbeitsaufwand entstehen lässt. Zu hohe Ziele sorgen für eine permanente Unzufriedenheit durch ständige (subjektive) Misserfolge. Gleiches gilt für krankhaften Ehrgeiz: Wenn das Selbstwertgefühl durch berufliche Leistungen bestimmt wird, zeigt sich häufig eine krankhafte Sucht nach Erfolg.

Mit dem Helfersyndrom ausgestattet kann es auch zu einer Kompensation eigener emotionaler Defizite durch die Helferrolle kommen. Personen mit dem Helfersyndrom versuchen ihr schwaches Selbstwertgefühl durch ihre Aufopferung und die damit verbundene Dankbarkeit der Hilfsempfänger zu stabilisieren.

IV Hilfe und Selbsthilfe bei Burnout

IV.1 Welche Hilfe ist bei einem akuten Burnout nötig?

Entscheidend für die Behandlung sind die Diagnose und die Abgrenzung beispielsweise von einer Depression. In der öffentlichen Verwendung des Begriffes „Burnout“ wird nicht berücksichtigt, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer depressiven Entwicklung und einer beruflichen Überlastung. Dies ist aber besonders wichtig.

Die rechtzeitige Erkennung, dass es sich um ein Burnout handelt, hebt die Erfolgsaussichten auf eine vollständige Genesung. Im Frühstadium von einem Burnout ist als erste Behandlungsmaßnahme eine lange Erholungsphase von Bedeutung. Die Akkus müssen sprichwörtlich wieder aufgeladen werden. Manchmal reicht ein Wechsel des Chefs, des Arbeitsplatzes oder eine ähnliche Veränderung.

Im fortgeschrittenen Stadium vergeht ein Burnout nicht einfach wieder. Das Wichtigste ist jetzt eine längere Auszeit zur Erholung von Körper und Geist. Die körperliche Erholung ist eine Voraussetzung für die Genesung. Professionelle Hilfe ist unbedingt erforderlich, Psychotherapie spielt wichtige Rolle.

Inhaltlich sollte diese auf das Erlernen einer Entspannungsmethode und Thematisierung von mangelnder Freizeitaktivität ausgerichtet sein, insbesondere aber auch die Bearbeitung psychischer Ursachen, die zu Überforderung und Erschöpfung geführt haben, thematisieren. Auch die Folgen wie Alkohol- und Zigarettenmissbrauch sowie von Ehe- und Familienproblemen müssen hier zur Sprache gebracht werden.

IV.2 Welche frühzeitigen Signale zeigen eine Gefahrensituation für Betroffene an?

Zunächst muss man zwischen gutem und schlechtem Stress beziehungsweise kurzfristigem und langfristigem Stress unterscheiden. Kurzfristiger emotionaler Stress, wie beispielsweise eine schlechte Nachricht, können zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen und langfristiger Stress zu Ausgebranntsein (Burnout).

Wenn man sich mit einem hohen Leistungsdruck, permanentem Zeitdruck, dem Gefühl, sich abzurackern ohne ausreichende Anerkennung, Überforderung, Angst, das alles nicht mehr zu schaffen, Gleichgültigkeit, Einsamkeit oder Desinteresse konfrontiert sieht, kann es ein Zeichen von einem Burnout sein.

Auch Gefühle der Erschöpfung, wie permanente Anspannung, körperliche und emotionale Kraftlosigkeit, chronische Müdigkeit sowie im späteren Stadium der Verlust der Fähigkeit, sich zu erholen, können den Beginn der Diagnose „Burnout“ bedeuten.

Im persönlichen Bereich kann es sich durch die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Lebenssituation, Resignation, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Niedergeschlagenheit oder Sinnlosigkeit bemerkbar machen. Psychische und körperliche Beschwerden bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Drehschwindel können sich zeigen.

Das Helfersyndrom mit der idealistischen Begeisterung, dem Gefühl unersetzbar zu sein, und dem Abwerten von Kollegen, kann ebenfalls ein Indiz sein.

IV.3 Macht bei Burnout der Einsatz von Medikamenten wie Psychopharmaka oder Beruhigungsmitteln Sinn?

Eine Behandlung mit Antidepressiva wird oft empfohlen, ist aber nicht unproblematisch, da ein Burnout in der Regel das Ergebnis von massiver Erschöpfung ist. Dadurch unterscheidet sich die Burnout-Depression ganz erheblich von Depressionen, die häufig mit starker Antriebslosigkeit verbunden sind.

Beim fortgeschrittenen Burnout muss der Betroffene hingegen ständig gegen seinen inneren Antrieb kämpfen, der ihn weiter in die Erschöpfung treibt. Viele Antidepressiva enthalten antriebssteigernde Substanzen. Diese liefern den Ausgebrannten noch mehr der „inneren Peitsche“ aus. Dieser Effekt erhöht die Suizidgefahr ganz erheblich.

IV.4 Sollte man bereits professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn man eine Gefährdung bei sich selbst erkennt?

Zunächst sollte man sich fragen, ob man bei sich eine kurzfristige oder langfristige Überlastung wahrnimmt. Reichen ausgiebige Erholungsphasen aus? Kann man diese konsequent einhalten?

Im Zweifelsfall sollte man professionellen Rat in Anspruch nehmen.

IV.5 Was kann jeder selbst tun?

Das Erkennen der Gefährdung ist bereits ein wichtiger erster Schritt und eine notwendige Voraussetzung, dieser gefährlichen Entwicklung entgegenzuwirken.

Eine Balance im Leben zu finden zwischen Arbeit, Familie, Freunden und persönlichen Interessen, kann helfen, die Gefährdung herunterzusetzen und es gar nicht erst zum Endstadium „Burnout“ kommen zu lassen. Jeder sollte versuchen, die notwendige Distanz zur Arbeit behalten oder zu schaffen. Zeiten für Ruhe, Entspannung und Erholung müssen eingeplant werden. Auch hilfreich ist es, für sich Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik oder andere Hobbys zu schaffen. Partnerschaft und Freundschaften sollten sorgsam gepflegt werden.

Zur Vorbeugung ist die Vermeidung von Extremen ratsam. Das Kennen und Nutzen von Entspannungsmethoden und anderen Methoden, die eine bessere Stressbewältigung bewirken, können ein Burnout ebenso vermeiden wie die Kenntnis darüber, wie man mit Konflikten umzugehen hat und diese lösen kann oder Nein zu sagen können und Grenzen zu setzen.

Eine gute Ausbildung und Positionierung im Arbeitsmarkt hilft, beruflichen Unzufriedenheiten vorzubeugen. Unrealistische Vorstellungen (Perfektionismus und übertriebener Ehrgeiz) müssen  korrigiert werden. Dabei sind Unternehmen und Führungskräfte gefragt, umzudenken und Arbeitsprozesse anders zu organisieren.

IV.6 Möglichkeiten von Seiten der Führungskräften, um einem Burnout vorzubeugen

Vorbeugung von Stress und Burnout ist nicht nur für die Arbeiter und Angestellten wichtig, sondern ist im ureigensten Interesse der Firma selbst, denn Burnout führt zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen für das Unternehmen. Allgemein sollten Maßnahmen gegen Unzufriedenheit sowie körperliche und psychische Überlastungen vermieden werden. Dabei ist strikt auf die Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften zu achten.

Die Arbeitsbelastung sollte an die Fähigkeiten des Einzelnen angepasst werden. Realistische Aufgaben und Ziele sowie Erfolgskriterien der Arbeit sind klar zu definieren und für Abwechslung ist Sorge zu tragen. Die ständige Ausführung einer oder einiger weniger Arbeiten fördern die Unzufriedenheit der Mitarbeiter und damit das Burnout. Berufseinstieg, ein Wechsel der Arbeitsstelle, des Vorgesetzten oder Ähnliches sind häufig Auslöser für das Burnout-Syndrom. Deswegen sind gründliche Einarbeitung in die Arbeitsprozesse und eine gute Einführung in das Unternehmen vor allem bei Berufsanfängern als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig.

Die Führungskräfte und Unternehmensinhaber sollten weiterhin für ausreichend Möglichkeiten zu Aus- und Fortbildung sorgen, um für die wachsenden Anforderungen des Berufes fit zu machen und zu bleiben.

Entlastungsmöglichkeiten im Team durch Austausch und gegebenenfalls Unterstützung, eventuell auch Supervision, sind hilfreich und stärken den Teamgeist sowie das Gefühl der Unterstützung am Arbeitsplatz.

Gegen die Unzufriedenheit schaffen befriedigendere Arbeitsbedingungen sowie die Minimierung zeitraubender, sinnloser Verwaltungsarbeit Abhilfe.

Ein guter Kontakt zum Vorgesetzten, häufige Rückmeldungen, besonders in Form von Lob und Anerkennung, und die Vermeidung von zu starker Kontrolle unterstützen ein gutes Arbeitsklima. In vielen Unternehmen herrscht die Einstellung: Wenn nicht kritisiert wird, ist das Lob genug. Umsatz und Gewinn ist das alleinige Ziel von vielen Unternehmern. Dieses dient aber nicht der Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit. Geld ist nicht alles. Mitarbeiter nehmen lieber weniger Geld, wenn sie sich dafür bei der Arbeit wohlfühlen.

Aber die vielleicht wichtigste und äußerst wirksame Maßnahme gegen Burnout ist die Beteiligung von Mitarbeitern an Entscheidungen, die ihre Arbeit betreffen, weil dies psychische Fehlbelastungen besonders wirksam vermindert. Autonomie und eigene Entscheidungsfreiheit stärken das Selbstbewusstsein und sorgen für positive Gefühle am Arbeitsplatz. Damit wird der Krankenstand der Mitarbeiter sowie die Fluktuation der Fachkräfte ebenso vermindert, was letztendlich wiederum positiv für den Unternehmer ist.

V Phasen vom Burnout

Das Burnout ist immer der Endzustand einer Entwicklung. Es tritt ein nach der anhaltenden Phase großer Anstrengung, in der man sich durch permanentes pausenloses Engagement bis hin zur völligen körperlichen und geistigen Erschöpfung aufzehrt.

Es gibt verschiedene Phasentheorien und keinen typischen Verlauf des Burnouts. Allerdings kann man gewisse Tendenzen erkennen, die offenbaren, in welchem Abschnitt der Entwicklung sich die Erkrankung befindet.

Zunächst entfaltet sich eine Phase des Enthusiasmus’. Menschen in dieser ersten Phase zeigen ein vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele. Man arbeitet nahezu pausenlos, der Beruf wird zum hauptsächlichen Lebensinhalt. Dabei werden eigene Bedürfnisse nicht beachtet oder gänzlich vernachlässigt. Man verzichtet auf Erholungs- oder Entspannungsphasen, weil man sich unentbehrlich und vollkommen fühlt. Andere Teammitglieder werden entwertet. Es erfolgt eine Beschränkung sozialer Kontakte auf einen Bereich, zum Beispiel die Kunden.

Dieser Phasen folgen Stagnation, Frustration, Apathie und schließlich das Burnout.

Die Phasen sind besonders gut in den Helfenden Berufen erkennbar. Die Helfertätigkeit wird mit idealistischer Begeisterung begonnen (Enthusiasmus). Es kommt zu frustrierenden Erlebnissen und zur Desillusionierung. Der Helfer bemerkt, dass durch sein Handeln keine Fortschritte erzielt werden (Stagnation). Rückschritte führen schließlich zur Resignation. Die Helfer werden zynisch gegenüber Kollegen und Klienten (Frustration).

Es folgt die Phase der Apathie, in der die berufliche Tätigkeit nur noch unter großen Anstrengungen ausgeführt werden kann. Es kommt zu Motivations- und Antriebsminderung. Die Betroffenen werden phlegmatisch und können sich weder beruflich noch privat zu etwas „aufraffen“. Nun werden auch erste körperliche Anzeichen von Erschöpfung sichtbar. Wenn dieser Zustand für eine längere Zeit anhält, spricht man vom Burnout.

VI Diagnosestellung beim Burnout

VI.1 Methoden der Diagnose von Burnout

Es gibt keine einheitliche Definition für Burnout. In der ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) ist keine eigene psychiatrische Diagnose (F-Diagnose) zugeteilt, sondern „nur“ eine Z-Diagnose (symptomloser Endzustand nach Überstehen einer Erkrankung) im Anhang. Als Folge davon gibt es keine diagnostischen Leistlinien, die das Vorhandensein konkreter Symptome fordern.

Es gibt jedoch zwei anerkannte Methoden zur Diagnose von Burnout: Einerseits führt das Maslach Burnout Inventory (MBI), bei dem Aussagen aus den Kategorien der emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und Leistungszufriedenheit erfragt werden, zum Ziel. Inhaltlich deckt dieser Fragebogen die wichtigsten Aspekte von einem Burnout ab. Problematisch an diesem Verfahren war zunächst die reine Anwendbarkeit auf die Helfenden Berufe, da diese als besonders gefährdet angesehen wurden. Erst später erfolgte die Anpassung auf andere Berufsgruppen.

Die zweite Testmethode ist das Tedium Measure (TM), die Überdruss-Skala. Hier wird nach der Häufigkeit der genannten Problemfelder gefragt, bei dem bewertet werden muss, inwieweit man sich in der entsprechenden Situation wiedererkennt.

VI.2 Häufigkeit

Stress im Job und zu Hause ist zu einem der häufigsten Gesprächsthemen in unserer Gesellschaft geworden. Fast 80 Prozent der Bundesbürger fühlen sich mehr oder weniger gestresst. Im Bereich der europäischen Arbeitnehmer sind laut einer Studie des Jahres 2005 zu Stress und Burnout 22 Prozent betroffen. Bis zu 60 Prozent aller versäumten Arbeitstage waren auf Stress zurückzuführen. Daran erkennt man, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Stressbelastung und Gesundheit gibt.

Auch wenn sich die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) des Burnout-Syndroms noch nicht feststellen lässt, wird eine allgemeine Steigerung des Risikos für Burnout auf Grund sich verändernder Lebens- und Arbeitsbedingungen erwartet.

Wichtig ist aber, dass Burnout abgemildert werden kann. Dies kann schnell gehen, aber auch manchmal jahrelang dauern.

VII Hypnosetherapie und Selbsthypnose zur Vorbeugung und Behandlung von Burnout

Hypnosetherapie und Selbsthypnose sind sehr hilfreich, wenn es darum geht, Burnout vorzubeugen und zu behandeln.

Selbsthypnose dient vor allem der Prävention. Noch bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, können mit der Selbsthypnose Methoden der Entspannung und Stressbewältigung erlernt werden. Aber auch bei der Überwindung vom Burnout ist Selbsthypnose ein sehr gutes Instrument. Sie unterstützt bei der Erholung und Regeneration, bei der Überwindung von Schlafstörungen, negativen Überzeugungen und Glaubenssätzen sowie bei der Korrektur negativer Gewohnheiten und Überwindung von Zigaretten- und Alkoholmissbrauch.

In der Hypnosetherapie wird sich zusätzlich der Bearbeitung psychischer Ursachen, die zu Überforderung und Erschöpfung geführt haben, gewidmet. Soziale Ängste können beispielsweise besonders schnell und wirksam überwunden werden, wie ich es in meinem Buch „Nie wieder Angst“ ausführlich erkläre. Mit Hilfe der dem Buch beiliegenden Hypnose-CD können die Übungen zu Hause nach Bedarf wiederholt werden.

In der Therapie soll der Kreislauf von Druck und Hetze durchbrochen und die Lebensqualität zurückgewonnen werden. Stressreduktion und mehr Erholung müssen ebenso Inhalt der Sitzungen sein.

Therapeutenliste