Sie ist winzig klein und andere würden sie nicht einmal bemerken, geschweige denn Angst vor ihr entwickeln. Ihnen aber wird beim Anblick der Spinne so mulmig zumute, dass Sie sich am liebsten durch einen Sprung aus dem Fenster in Sicherheit bringen würden? Obwohl Sie wissen, dass das Risiko, sich dabei ernsthafte Verletzungen zuzuziehen, eindeutig größer ist, als die Gefahr, die von der Spinne ausgeht?

Dann leiden Sie sehr wahrscheinlich unter dem, was die alten Griechen als Arachnophobie bezeichneten, zu Deutsch: unter einer ausgeprägten Spinnenangst oder Spinnenphobie. Bei einigen Betroffenen ist diese Phobie auf Spinnen begrenzt. Andere empfinden eine ähnliche Form der panischen Angst grundsätzlich beim Anblick von Insekten und/oder ekeln sich zudem auch vor Schlangen.

Gründe für eine Spinnenphobie

Falls Sie sich bisher für Ihre Angst geschämt haben oder in Ihrer Umgebung nur auf Unverständnis stießen, dann lassen Sie sich zunächst gesagt sein: Sie sind nicht allein. In Deutschland leiden Schätzungen zufolge fünf Prozent der Bevölkerung an einer Arachnophobie, also rund vier Millionen Menschen. Was die Spinnenphobie auslöst, darüber gibt es unterschiedliche Theorien.

Theorien und Erklärugnsmodelle

Spinnenangst aus evolutionsbiologischer Sicht

Aus Sicht eines Evolutionsbiologen lässt sich die Spinnenangst durchaus als eine Ur-Angst begreifen, die ihren Sinn und Zweck darin hat, eine erhöhte Vorsicht gegenüber giftigen Exemplaren walten zu lassen. Zwar kommen wir in unseren Breitengeraden mit Giftspinnen kaum in Berührung, doch handelt es sich bei solchen Ängsten um eine allgemein menschliche Disposition.

In Naturvölkern, die tatsächlich Kontakt mit Giftspinnen haben, ist die Phobie schon deshalb bedeutend geringer verbreitet. Denn wer tatsächlich täglich damit rechnen muss, Giftspinnen zu begegnen, erlernt auch Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Wer dagegen mit einer unbewussten Angst kämpft, für die es in der Realität keine reale Entsprechung gibt, dem fehlt es an der Möglichkeit, zu einer realistischen Einschätzung der Gefahr, die von einer Spinne ausgeht, zu gelangen.

Erklärungsansätze der Psychologie

Angst aufgrund von Unberechenbarkeit oder Traumata. Als zweite Ursache für eine Angststörung beim Anblick von Spinnen wird deren Art, sich im Raum zu bewegen, vermutet. Im Gegensatz zu anderen Insekten und sogar zu Schlangen, geben Spinnen keinerlei Laute von sich, wir können sie also nur über das Auge wahrnehmen. Da sie zumeist sehr klein sind, geschieht dies erst, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe befinden.

Schließlich bewegen sich Spinnen schnell und in einer Weise, die sich für einen Laien kaum vorhersagen lässt, und haben auch noch die Fähigkeit, sich am Spinnfaden rasch herabfallen zu lassen. Genau diese Unberechenbarkeit trägt dazu bei, dass Betroffene sich vor Spinnen nicht allein ekeln, sondern bei ihrem Anblick in Panik geraten.

Erlerntes Verhalten

Ein dritter Erklärungsansatz schließlich geht von einem erlernten Verhalten aus, das Spinnenphobiker sich bereits in frühen Jahren angeeignet haben. Wachsen Kinder in einem Umfeld auf, in dem sie engen Kontakt zu anderen Spinnenphobikern haben, halten sie dessen Reaktionen für eine angemessene Weise, mit Spinnen umzugehen.

Schon ein starkes Erschrecken der Bezugsperson, die im Kinderwagen eine Spinne entdeckt, kann die Angst auslösen. Verstärkt wird sie dann häufig durch das Vermeidungsverhalten des betroffenen Kindes, das daher keine Erfahrungen mehr machen kann, die der einst ausgelösten Panik etwas entgegenzusetzen hätten. Auch eine Übertragung vorhandener Ängste auf Spinnen kann hier eine Rolle spielen.

Vermeidungsverhalten als Verstärker der Spinnenphobie

Da es dem Spinnenphobiker an angemessenen Reaktionsmöglichkeiten fehlt, mit der beängstigenden Situation umzugehen, besteht seine Strategie, die Angst vor Spinnen zu mildern, zumeist in einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten. Vermieden wird fortan alles, was die Gefahr birgt, einer Spinne zu begegnen – der Aufenthalt im Freien, das Campen mit Freunden, das Abstellen des Fahrrades im Keller oder auch das Aufhängen der Wäsche auf dem Dachboden. Ist ein solches Vermeidungsverhalten nicht möglich, kann die Angststörung zum Zwang werden, die Umgebung genauestens zu kontrollieren und penibel zu reinigen.

Ein solches Vermeidungsverhalten führt dann wiederum zu zwei negativen Resultaten: Zum einen wird dadurch verhindert, dass sich der Spinnenphobiker tatsächlich mit seiner Angst auseinandersetzen und zu einer realistischeren Einschätzung der vermeintlichen Bedrohung gelangen kann. Zum anderen kann dieses Verhalten zu einer sozialen Ausgrenzung führen, da viele Situationen aufgrund der Arachnophobie so belastet sind, dass sich entweder der Spinnenphobiker selbst davon fernhält oder dass er nicht mehr eingeladen wird, weil sich andere Menschen von seinem Verhalten gestört fühlen.

Was tun gegen Arachnophobie?

Wenn Ihnen klar geworden ist, in welchem Umfang die Arachnophobie Ihre Lebensqualität oder die eines Betroffenen einschränkt, werden Sie gewiss nach Möglichkeiten suchen, die Phobie mit den modernen Methoden der Psychologie zu behandeln. Grundlage jeder Therapie von Angststörungen ist die Begegnung mit dem, was die Angst jeweils auslöst, ob es sich nun um Spinnen, Schlangen, Hunde oder Pflanzen handelt.

Damit dies geschehen kann, muss der Betroffene jedoch zunächst die Sicherheit erlangen, die Konfrontation aushalten zu können. Dies geschieht, begleitet durch einen erfahrenen Therapeuten, im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder einer Hypnotherapie.

Bei der Verhaltenstherapie setzt sich der Betroffene nicht grundsätzlich mit den Ursachen seiner Spinnenangst auseinander, stattdessen erlernt er Strategien, diese zu bändigen. Die Spinnenphobiker lernen, sich mit dem Auslöser ihrer Angst, der Spinne, zu konfrontieren, das Unwohlsein auszuhalten und die Angst dauerhaft zu überwinden.

Sind Angst und Ekel jedoch zu groß, so kann eine Hypnotherapie den Wandel einleiten. Betroffene Phobiker spüren in einer geleiteten Trance den psychodynamischen Ursachen ihrer Angst vor Spinnen nach und lernen, krank machende und ausgrenzende Panikattacken durch neurolinguistisches Programmieren zu besiegen.

Auf diese Weise ist es durchaus möglich, einfache Phobien zu überwinden – im Falle der Spinnenphobie zuweilen innerhalb von Minuten. In unserem Seminar „Aktivierung der Selbstheilungskräfte“ zeigen wir Ihnen zudem Methoden, mit denen Sie selbst den ersten Schritt gehen können, um Ihre Spinnenphobie zu überwinden.

Auf unserer Therapeutenliste finden Sie entsprechend qualifizierte Hypnosetherapeuten, die eine effektive Therapie von Angststörungen – und hier speziell der Arachnaphobie – als Hypnotherapie durchführen.