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Wundermittel Mittagsschlaf - Wie das kurze Nickerchen zu unserer wichtigsten Energiequelle werden kann

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Mai 1, 2015
Christian Endres

Wundermittel Mittagsschlaf – Wie das kurze Nickerchen zu unserer wichtigsten Energiequelle werden kann

Gerade nach dem Mittagessen fallen viele von uns in ein regelrechtes Tief. Besonders in der Zeit von 13 bis 14 Uhr sind wir dafür am anfälligsten. Bringen Sie ihren Körper in eine waagerechte Position, schließen Sie die Augen und atmen Sie tief durch – und jetzt: Abschalten. Eine tolle Vorstellung, finden Sie nicht?
Was früher noch ein erzwungenes Nickerchen für Kinder war, wird heute schon als karrierefördernder Kurzschlaf definiert und gehört daher für viele Menschen zum Alltag. Was die meisten nicht wissen: Der schnöde Mittagsschlaf hält mehr, als die bloße Bezeichnung verspricht.

Schlaf, der gesund machen kann

Egal ob Siesta, Power napping oder Mittagsschlaf – die kurze Auszeit mitten am Tag kann für mehr Gesundheit und Lebensfreude sorgen. Dies setzt allerdings voraus, dass die Pause nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauert. Wird die Ruhezeit nämlich hinausgezögert, fühlt man sich danach wie gerädert und noch viel schlapper als zuvor. Will man den Mittagsschlaf wirklich als Energiequelle nutzten, dann lautet das Motto: In der Kürze liegt die Würze.

Der kurze Stopp zum Durchatmen und Ausruhen führt zu einer schnellen Regeneration von Körper, Geist und Seele. Danach steigt die Leistungsfähigkeit, die allgemeine geistige Verfassung ist besser und man fühlt sich insgesamt viel fitter. Studien haben in diesem Zusammenhang bewiesen, dass Menschen, die regelmäßig einen Mittagsschlaf halten, ein bis zu 37 % geringeres Risiko haben, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken.1 Diese Erkenntnis kann damit begründet werden, dass beim Schlaf am Mittag die Stresshormone schneller abgebaut werden. Das wiederum schont die Herzkranzgefässe.

Schlaf, der auch schädlich werden kann

Bei Kindern, die älter als 2 Jahre sind, und Erwachsenen ab 70, sollte man wiederum vorsichtig sein, wenn es um das Thema Mittagsschlaf geht. Oft überwiegen in diesen Altersklassen die negativen Konsequenzen aus der mittäglichen Ruhepause.

Nehmen sich Kinder während des Tages eine Auszeit, fällt es ihnen am Abend häufig schwerer, einzuschlafen. Die Qualität des wichtigen Nachtschlafes wird dadurch gemindert.2 Bei erwachsenen Menschen kann übermäßiger Schlaf, also bis zu 10 Stunden innerhalb von 24 Stunden, zu einem erhöhten Sterberisiko führen.3 Diese Ergebnisse werden mit erhöhten Herz-Kreislauf-Problemen begründet.
Es ist demnach wichtig, ein gutes Gleichgewicht zu finden – zwischen einem erholsamen sowie gesunden Schlaf und einem kräftezehrenden, krankheitsfördernden Schlaf.

Tabuthema Schlaf

In Spanien und Japan wird das Prinzip der Mittagsruhe schon seit Jahren sinnvoll umgesetzt. In Amerika und Deutschland wollte man auch auf den Zug aufspringen und richtete in großen Unternehmen Ruheräume für die Mitarbeiter ein. Allerdings wurden diese Räume kaum angenommen. Göran Hajak, Schlafforscher aus Bamberg, sieht hierbei das Problem bei den Menschen selbst.4 Es sei der eigene oder von der Gesellschaft aufgedrängte Leistungsdruck, der uns davon abhält, die Augen zu schließen. Das Thema Schlaf bezeichnet er in diesem Zusammenhang sogar als Tabuthema. Viele Menschen denken, wenn sie tagsüber schlafen, gelten sie als faul. Selbst in Asien, so Hajak, wird der Mittagsschlaf weniger praktiziert, weil es sich zu einer Rund-um-die-Uhr-Leistungsgesellschaft entwickelt.

Doch was uns und unserer Gesundheit gut tut, sollte nicht tabuisiert werden. Wenn Sie also eine kleine Pause vom Alltagsstress machen wollen, dann gönnen Sie sich am Mittag guten Gewissens eine kleine Auszeit.

 

1 Vgl. Trichopoulos D. et al.(2007): Siesta in Healthy Adults and Coronary Mortality in the General Population. Arch Intern Med; 167: 296-301 Abgerufen am 30.04.2015 von http://mittagsschlaf.org/
2 Vgl. o.A. (2015): Napping beyond age of 2 linked to poorer sleep quality in young children. Abgerufen am 30.04.2015 von http://www.eurekalert.org/pub_releases/2015-02/tb-nba021315.php
3 Vgl. o.A.(2009): Sterberisiko. Tödliches Mittagsschläfchen. Focus-Online. Abgerufen am 30.04.2015 von http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/schlafen/sterberisiko-toedliches-mittagsschlaefchen_aid_377426.html
4 Vgl. Hajak, Göran (2013): Schlafforschung.Mittags nicht zu schlafen bedeutet Stress. Spiegel-Online. Abgerufen am 30.04.2015 von http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/mittagsschlaf-gegen-stress-und-fuer-die-gesundheit-mittags-schlafen-a-896034.html

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