Die Deutschen im Stress!

Eine Studie des Forschungsinstituts Forsa vom September 2013 ergab, dass sich die Deutschen immer gestresster fühlen. 1.000 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren nahmen an dieser Studie teil und gaben Auskunft über Stressauslöser, Stresspegel und ihre Gesundheit.
Ursprünglich dient Stress dazu, uns in Gefahrensituationen richtig zu verhalten, um so unser Überleben zu sichern. Er ist also nicht per se negativ, sondern kann in der richtigen Dosierung unsere Leistungsfähigkeit und Kreativität steigern. Wenn der Stress allerdings zum stetigen Begleiter wird, kann sich das schnell belastend auswirken.

Mehr als jeder 2. fühlt sich häufig gestresst

Stress ist zu einer modernen Begleiterscheinung geworden. Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich jenseits ihrer Belastungsgrenze. 57 Prozent der Deutschen sagen, sie seien häufig oder manchmal im Stress. In Extrempositionen ist Stress sogar für jeden Fünften ein Dauerzustand. Hierbei sind es die 36- bis 45-jährigen, die mit 80 Prozent am häufigsten gestresst sind. Sie gehören zur sogenannten „Sandwichgeneration“ und müssen oftmals den Balanceakt zwischen Familie und Beruf meistern. Bei älteren Generationen sinkt der Stresspegel meistens wieder. Man kann sagen, je älter, desto gelassener. Das liegt zum Einen daran, dass die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und zum Anderen daran, dass man sich im Beruf bereits etabliert oder sogar das Rentenalter erreicht hat.

Arbeit macht Stress

Mehr als 70 Prozent der Erwerbstätigen haben laut Studie Stress. Je höher der Schulabschluss und das berufliche Einkommen, desto höher ist auch der Stresspegel. 66 Prozent der Abiturienten und Akademiker fühlen sich gestresst. Manager und leitende Angestellte sind besonders unter Druck. Acht von zehn Managern gaben an, sie seien häufig angespannt, drei von zehn stünden sogar unter Dauerdruck. Fragt man sie nach den Ursachen, nennen sieben von zehn ihren Job. Als besonders belastend wird das hohe Arbeitspensum und lange Arbeitszeiten mit mehr als 40 Stunden pro Woche empfunden. Auch in Sachen Termindruck, Informationsflut und ständiger Erreichbarkeit sind Manager stärker gestresst als der Durchschnitt.
Nimmt man den zeitweiligen und den dauerhaften Stress zusammen, geht es den Angestellten und ihren Chefs auch nicht besonders gut. In beiden Gruppen leiden jeweils acht von zehn unter ständigem Druck.

Ein weiterer Stressfaktor im Beruf ist neben dem hohen Arbeitspensum auch die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes sowie die Angst, nicht mit dem Arbeitstempo mithalten zu können. Bereits jeder Sechste mit Mitte 30 macht sich Sorgen, dem hohen Tempo nicht standhalten zu können.

Stress tritt also sehr häufig auf und dennoch sagen 71 Prozent der Deutschen: „Die Arbeit macht mir Spaß.“ Wie passt das zusammen? Stress kann gering dosiert zu höheren Leistungen ankurbeln, ja sogar beflügeln. Wenn Stress aber allgegenwärtig ist, dient er nicht mehr der Leistungssteigerung, sondern führt ins Gegenteil und kann sogar krank machen. Zudem kommt ein Stressfaktor selten allein. Wer über Stress im Job klagt, hat meistens auch privat mit zu hohen Belastungen zu kämpfen. So können Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen, zu hohe Ansprüche an sich selbst, finanzielle Sorgen, Krankheiten, die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen oder Zuwachs in der Familie zu einem erhöhten Stresspegel führen.

Frauen und Männer ticken hier unterschiedlich: Während Männer sich durch ihren Job gestresster fühlen, ist es bei Frauen eher der hohe Anspruch an sich selbst. Auch die Doppelbelastung durch Familie und Beruf spielt bei ihnen eine große Rolle, sowie die Pflege von Angehörigen.

Die Studie ergab weiterhin, dass Stadtbewohner gestresster sind als Landbewohner. Den Spitzenwert erreichen Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern, dort sind 32 Prozent der Menschen ha?ufig im Stress und weitere 37 Prozent manchmal. Auf dem Land sind hingegen nur 21 Prozent häufig im Stress.
Wer gestresst ist, ist weniger zufrieden. Stress und Unzufriedenheit liegen unmittelbar zusammen.

Je gesünder, desto geringer der Stresspegel

Mit 35 Prozent gehört jeder Dritte, der seinen Gesundheitszustand als schlecht einstuft, zu den Gestressten. Weitere 35 Prozent stehen gelegentlich unter Stress. Von denen, die ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut bezeichnen, stehen nur 16 Prozent häufig unter Stress. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Stress als eine der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts. Im Folgenden sind die häufigsten gesundheitlichen Auswirkungen von Stress der Reihe nach aufgeführt, beginnend mit den häufigsten:
1.    Rückenschmerzen/ Muskelverspannung
2.    Schlafstörungen
3.    Erschöpfung, Ausgebranntsein
4.    Nervosität/ Gereiztheit
5.    Kopfschmerzen
6.    niedergedrückte Stimmung, Depressionen, Burnout
7.    Tinnitus
8.    Magenbeschwerden, Übelkeit
9.    häufige Erkältungen

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter dauerhafter Anspannung und immer häufiger endet diese im Burnout-Syndrom. Manche können den Stress besser händeln als andere, manche fühlen sich jedoch so belastet, dass sie Hilfe benötigen. Hier kann zum Einen eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ helfen, also die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Arbeit und Privatleben. Wer häufigen Belastungen ausgesetzt ist, braucht auch immer wieder Ruhephasen. Dieses gelingt beispielsweise durch Hobbys, Sport, erfüllende Partnerschaften, Spaziergänge und allem was einen Ausgleich zum Arbeitsalltag bieten kann.

Andere Methoden, die ebenfalls helfen dem Stress zu entfliehen und einen Entspannungszustand herzustellen, sind Autogenes Training und Selbsthypnose. Es gilt heraus zu finden, welche Gedanken und Überzeugungen einen dazu veranlassen, nicht „Nein“ sagen zu können und es jedem Recht machen zu wollen. Die Selbsthypnose kann hier weiterhelfen und als Prävention eingesetzt werden, um den Kopf frei zu bekommen und sich auf positives Denken einzustellen.

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