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Die Angst „Nein“ zu sagen

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Februar 6, 2015
Christian Endres

Die Angst „Nein“ zu sagen

Kennen Sie das auch? Jemand bittet Sie um einen Gefallen und Sie können, obwohl Sie gar keine Lust oder Zeit dazu haben, einfach nicht Nein sagen. Anstatt dessen formen sich Ihre Lippen zu einem freundlichen Ja und schon finden Sie sich beim Abwasch oder beim ordnen von Aktenunterlagen wieder. Doch warum konnten Sie nicht Nein sagen? Manche wollen nicht herzlos oder egoistisch erscheinen, andere wiederum mögen das Gefühl gebraucht zu werden. Für viele Betroffene bedeutet Nein zu sagen auch ein erhöhtes Risiko, Freunde, Partner oder den Arbeitsplatz zu verlieren. Ein Risiko, dem sie sich gar nicht erst aussetzen wollen. Dafür nehmen sie Schlafstörungen, Burnout und Depressionen in Kauf. Doch dieses kleine Wörtchen „Nein“ kann manchmal zu Ihrem eigenen Glück beitragen – probieren Sie es aus.

Die Angst vor Zurückweisung

Es ist kein angenehmes Gefühl, den Umzug einer Freundin abzusagen, dem netten Bekannten zum wiederholten mal einen Korb zu geben oder die Aufforderung zur Planung eines Ehemaligentreffens zu verneinen. Im Fall aller Fälle aber bringt man das „Nein“ über die Lippen und schützt sich so vor unnötiger Belastung. Diesen Schutzmechanismus haben jedoch nicht alle Menschen. Manchen gelingt es nicht, unangenehme Aufgaben von sich zu weisen. Jede Aufforderung und Bitte wird mit einem „Ja“ beantwortet. Dahinter steckt die Angst vor Ablehnung und Konflikten.

Lernen Nein zu sagen

Die einfachste Lösung der Angst aus dem Weg zu gehen, ist der Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Wenn man keinen Kontakt mehr zu Freunden und Kollegen hat, können diese einen auch nicht um Hilfe und Unterstützung bitten. Klingt logisch, zieht aber schwerwiegende Folgen nach sich: durch die soziale Isolation geht ein wichtiger Stützpunkt für Körper und Psyche verloren.
Der Schritt in die richtige Richtung ist der Schritt zum Nein. Dabei können Methoden wie die Klopftherapie aus dem Buch „Nie wieder Angst“ helfen. Während des Freiklopfens der Blockaden an verschiedenen Körperstellen sagen Sie sich „Ich liebe und akzeptiere mich vom ganzen Herzen. Ich habe ebenso wie andere das Recht meine Wünsche zu äußern und meinen Bedürfnissen nachzugehen. Es ist nicht schlimm, wenn ich Aufgaben ablehne oder Freunden absage…“. Möglicherweise hat die Angst Nein zu sagen auch einen tieferen Ursprung beispielsweise in der Kindheit. Ihre Eltern belehrten Sie mit Sätzen wie „Ich habe dich nicht mehr lieb, wenn du nicht gleich still sitzt.“. Sie haben gelernt, dass Sie nur Anerkennung und Zuneigung bekommen, wenn Sie das machen, was andere von Ihnen verlangen. Dieser Fehlschluss ist fest in Ihrem Unterbewusstsein verankert. Die Hypnotherapie eignet sich dazu, den Ursprung verschiedenster Verhaltensformen aufzudecken und Ängste und Blockaden aus dem Unterbewusstsein zu lösen.

Ihr Selbstwertgefühl stärken

Haben Sie sich einmal als „Ja-Sager“ geoutet, können Sie auf Menschen treffen, die dieses Verhalten bewusst ausnutzen. Nach der Therapie wird Ihnen deutlich, dass Mitleidstour, Erpressung, Druck oder Schmeicheleien dazu geführt haben, dass Sie die Aufgaben anderer übernehmen. Erkennen Sie die Strategien und setzen Sie sich darüber hinweg. Wenn ein Kollege Sie nur mag, wenn Sie seine Aufgaben übernehmen, dann ist der Preis für seine Sympathie zu hoch. Je häufiger Sie Nein sagen, desto mehr wird Ihnen bewusst, wie viele Vorteile Nein sagen mit sich bringt. Ihr Lebensgefühl wird sich positiv verändern, indem ihr Selbstbewusst gestärkt wird und sie lernen auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu hören. Je klarer Sie wissen, was sie wollen, desto leichter fällt es Ihnen Nein zu sagen.

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