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Üben, üben, üben - Angst vorm Autofahren

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Inhalt:
Oktober 10, 2014
Christian Endres

Üben, üben, üben – Angst vorm Autofahren

Kennen Sie das auch? – Schon der Gedanke sich hinter das Steuer eines Autos zu setzen, versetzt Sie in Panik? Schweiß bricht aus, Nervosität macht sich breit, Hände und Beine beginnen zu zittern?

Viele Menschen leiden unter Angst vor dem Autofahren. Doch es gibt hilfreiche Tipps, um einen Weg heraus aus der Angst zu finden.

Gründe, warum Autofahrer hinterm Steuer Angst haben

Der ADAC schätzt, dass mindestens eine Million Autofahrer Angst haben sich hinter das Steuer zu setzen. Viele fürchten sich davor hinter dem Lenkrad zu versagen und im schlimmsten Fall einen Unfall zu verursachen. Dies kann für alle Beteiligten zu einer Gefahr für Leib und Seele werden.

Gründe für diese Angst sind zahlreich. Häufig leiden Menschen unter einer Agoraphobie, bei der sie Panik vor bestimmen Orten und Situationen haben. Dies tritt vor allem dann auf, wenn sie in fremden Städten unterwegs sind, in der Nacht fahren oder bei unbekannten oder extremen Wetterbedingungen Auto fahren müssen. Wenn dann noch ein traumatisches Erlebnis aus einem vergangenen Unfall besteht, trauen sich viele Menschen nicht mehr zu fahren und verlieren nach und nach ihre Fahrpraxis.

Auch Autofahrer, welche nach ihrem Führerschein über einen längeren Zeitraum keine Fahrroutine ausbilden oder Menschen die lange Zeit kein Auto gefahren sind, können unter Unsicherheiten leiden oder nach kleineren Zwischenfällen im Straßenverkehr ein negatives Selbstbild entwickeln und denken, sie wären ein schlechter Fahrer.

Spezielle Kurse und Entspannungsübungen können die Angst lindern

Aus diesen und anderen Gründen hat ein Fahrlehrer aus Berlin in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten spezielle Kurse entwickelt und das Ratgeberbuch „Keine Angst mehr hinterm Steuer“ geschrieben.

In sogenannten Angsthasen-Runden können Autofahrer, zum Beispiel, regelmäßig über ihre Ängste und Probleme reden. Dabei sind in diesen Kursen weniger Fahranfänger zu finden, als vielmehr Autofahrer zwischen 30 und 60, wobei 90 % davon Frauen seien. Oft helfen auch Übungen zur Muskelentspannung, frische Luft oder schlicht während der Fahrt laut zu reden. Das beruhigt den Atem und hilft gegen die Nervosität. Fahrlehrer bieten ebenfalls Fahrstunden an, bei denen gezielt die Ängste der Autofahrer im Mittelpunkt stehen und Verkehrssituationen geübt werden, in denen Panik auftritt. Das Ziel ist dabei, dass der Fahrer lernt mit seinen Ängsten umzugehen und sie zu kontrollieren. Daher können Fahrtrainings zu mehr Sicherheit führen und damit die Ängste lindern. Dazu muss man allerdings, so ein Fahrlehrer, üben, üben, üben.

Agoraphobien sollten behandelt werden

Häufig sind die Ängste jedoch durch Ursachen begründet, die sich leider nicht mit Hilfe eines Trainings überwinden lassen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Ängste sich nicht ausschließlich auf das Autofahren beziehen, sondern im Rahmen einer Agoraphobie in anderen Situationen auftreten. Gerade in diesen Fällen ist dann ein Aufdecken und Heilen der Ursache unumgänglich. Hypnose bietet hier einen sehr effektiven und langfristig wirksamen Zugang.

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