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Drei einfache Maßnahmen, die chronische Schmerzen lindern können

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Februar 26, 2013
Christian Endres

Während sich mittels Hypnose Schmerzen sehr leicht vermindern oder ganz abschalten lassen, erfordert die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen ein sehr viel komplexeres Vorgehen und viel Sachkompetenz. Die nachfolgenden drei Maßnahmen können zwar keine Schmerztherapie ersetzen, haben sich im Rahmen von Behandlung und Selbsthilfe jedoch bei chronischen Schmerzen als sehr hilfreich erwiesen.

Während jede einzelne dieser drei Empfehlungen dazu beitragen kann, chronische Schmerzenzu vermindern, entfalten sie gemeinsam eine Wirkung, die über die Summe der Einzel-Wirkungen hinausgeht.

Bitte lassen Sie sich nicht von der Einfachheit dieser Herangehensweise täuschen. Den wahren Wert dieser Empfehlungen können Sie nur dann erkennen, wenn Sie oder Ihre Angstpatienten diese für eine gewisse Zeit angewendet haben!

1. Negativberichterstattung meiden

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzen tragen emotionale und körperliche Spannungen wesentlich zu einer Verstärkung der Schmerzen bei, indem sie zu einer negativen Spirale aus emotionalem Stress (Ängste, Sorgen), körperlichen Spannungen und Schmerzen führen, welche wiederum die emotionale Belastung verstärken und damit auch die Schmerzen. Genau hier setzen die ersten beiden Empfehlungen an.

Die erste Empfehlung lautet: „Meiden Sie Negativberichterstattung“. Sie zielt darauf ab, den beschriebenen Teufelskreislauf zu durchbrechen, indem äußere Einflüsse vermindert werden, die den emotionalen Stress der ohnehin schon stark strapazierten Schmerzpatienten noch zusätzlich verstärken.

Wir werden täglich von den Massenmedien (Radio, Fernsehen, Printmedien) mit Negativmeldungen überhäuft, die bei uns bewusste und auch unbewusste Sorgen und Ängste auslösen. Ständig hören wir von Unruhen, Wirtschaftskrisen, Inflation, drohenden Kriegen, Vogelgrippe, steigender Arbeitslosigkeit und vielen anderen Dingen, die weiter in uns arbeiten, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst werden.

Wie sehr diese Negativberichterstattung nicht nur zu Ängsten und Sorgen sondern über die Verstärkung der körperlichen Anspannung auch zu einer Verstärkung von Schmerzen führt, wird erst deutlich, wenn man die negative Berieselung eine Zeit lang bewusst meidet. Schmerzpatienten, die dies ausprobiert haben, berichten, dass diese Maßnahme allein schon zu einer spürbaren Reduzierung der Schmerzen geführt hat.

2. Anwendung einer Entspannungsmethode

2.1. Allgemeines

Empfehlung zwei kann als konsequente Fortsetzung der ersten Empfehlung verstanden werden und zielt darauf ab, den ohnehin erhöhten psychischen und körperlichen Stresszustand des chronischen Schmerzpatienten zu vermindern.

Die regelmäßige Anwendung einer Entspannungsmethode, wie der Progressiven Muskelentspannung, des Autogenen Trainings oder der Selbsthypnose durchbricht den Teufelskreis von Schmerz – Anspannung – Schmerz und führt somit zu einer Schmerzlinderung. Darüber hinaus wird durch die Entspannung auch die Schmerzschwelle erhöht. Dadurch wird ein Schmerzreiz als weniger stark und somit als weniger schmerzhaft empfunden.

 

2.2 Progressive Muskelentspannung (PM)

Die Progressive Muskelrelaxation ist für viele Menschen leichter zu erlernen als das Autogene Training und gibt durch das aktive Vorgehen beim Wechsel von Anspannung und Entspannung den Betroffenen noch mehr das Gefühl, aktiv etwas zur Überwindung der Schmerzen tun zu können. Für manche Patienten ist es auf Grund ihrer Schmerzen leichter, sich auf die körperliche Aktivität der Progressiven Muskelentspannung zu konzentrieren als auf die mehr gedankliche Entspannung beim Autogenen Training. Die PM hat ebenfalls den Vorteil, dass sie oft auch für Patienten erlern- und anwendbar ist, die mit dem Autogenen Training nicht zurechtkommen.

Der einfachste Weg, die progressive Muskelentspannung zu lehren, besteht darin, dem Betroffenen eine CD bzw. ein Audio mit einer Anleitung zu geben.

Eine für sich oder für Ihre Patienten sofort anwendbare und kostenlose Anleitung zur progressiven Muskelentspannung als MP3 können Sie unter dem nachfolgenden Link mittels Rechtsklick downloaden. Dazu gehen Sie auf dieser Seite an das Ende des Absatzes „Training der körperlichen Entspannung“:

https://www.preetz-hypnose.de/nie-wieder-angst/boni-fuer-leser/

2.3 Selbsthypnose

Weniger verbreitet, aber besonders wertvoll ist die Anwendung der Selbsthypnose. Einer der Vorzüge der Selbsthypnose besteht darin, dass diese in einer einzigen Sitzung erlernt werden kann, im Gegensatz zum Autogenen Training, für dessen Erlernen eine Reihe von Sitzungen erforderlich sind.

Ein weiterer Vorteil der Selbsthypnose für Schmerz-Patienten besteht darin, dass man sie gezielt zur Schmerzbewältigung einsetzen kann. Eine der bekanntesten und bewährtesten Techniken ist die Handschuh-Analgesie, bei der zunächst in einer Hand ein Gefühl von Kälte oder Taubheit als Ausdruck einer Schmerzunempfindlichkeit hergestellt wird. Diese Schmerzunempfindlichkeit kann dann mit Hilfe einer realen oder vorgestellten Berührung auf jeden Bereich des Körpers übertragen werden, beispielsweise auf den Kiefer bei einer Zahnbehandlung oder auf den Bereich, in dem sich chronische Schmerzen manifestieren.

Mittels Hypnose und Selbsthypnose ist es auch möglich, ein Codewort im Unterbewusstsein zu verankern, mit dem das Schmerzempfinden innerhalb von Sekunden in jedem beliebigen Bereich des Körpers vollständig ausgeschaltet und wieder eingeschaltet werden kann.

Videos, in denen diese phänomenale Fähigkeit des Gehirns demonstriert werden, finden Sie unter dem nachfolgenden Link in der Rubrik „Hypnose und Schmerz“:

https://www.preetz-hypnose.de/hypnose-videos/

Die Selbsthypnose hat sich selbst bei schwersten Schmerzzuständen bewährt, etwa bei Trigeminus-Neuralgie oder bei Phantomschmerzen. Bereits Professor Klumbies aus Jena konnte vielen Phantomschmerzpatienten mit Hilfe der Ablationshypnose helfen, selbst extrem starke Schmerzen innerhalb von Sekunden auszuschalten.

Eine auch für Schmerzpatienten sehr leicht erlernbare Selbsthypnose finden Sie auf der Begleit-CD zum Buch „Nie wieder Angst“. Neben der bewährten Selbsthypnoseeinleitung wird hier zusätzlich auch eine spezielle Audiotechnologie verwendet, die Schmerzpatienten und auch Menschen mit generellen Schwierigkeiten zur Entspannung hilft, leichter und schneller in die körperliche und geistige Entspannung der Selbsthypnose zu gelangen. (Mehr dazu im Buch „Nie wieder Angst“)

3. Bauch-Atmung

Für chronische Schmerzpatienten hat sich auch die Vermittlung der Bauch-Atmung, auch Zwerchfell-Atmung genannt, als sehr hilfreich erwiesen.

Zum Erlernen der Bauch-Atmung legen Sie eine Hand auf den Oberbauch und atmen langsam ein. Beim Einatmen sollte sich die Hand heben und beim Ausatmen wieder senken. So kann man sehr leicht überprüfen, ob man richtig atmet.

Die Atmung sollte in folgendem Rhythmus erfolgen:

  • 4 Sekunden lang einatmen
  • 4 Sekunden lang den Atem eingeatmet halten
  • 4 Sekunden lang ausatmen
  • 4 Sekunden lang den Atem ausgeatmet anhalten.

Wer mit Yoga vertraut ist, wird diese Atmung vielleicht unter dem Namen „Große Yoga-Atmung“ kennen. Bei der Arbeit mit Schmerzpatienten empfiehlt sich aber die Verwendung des anschaulichen Begriffes der „Bauch-Atmung“.

Es hat sich bewährt diese Atmung mehrfach am Tag für 1-3 Minuten durchzuführen. Ideal wäre die stündliche Anwendung für 1-3 Minuten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich alle drei Hinweise leicht umsetzen lassen. Wie so oft hängt der Erfolg davon ab, es auch wirklich zu TUN!

Ein sehr interessantes und aussagekräftiges Video über die phantastischen Möglichkeiten von Hypnose (und auch Selbsthypnose) für die Schmerzbewältigung finden Sie unter dem nachfolgenden Link (im Abschnitt „Hypnose und Schmerz“):

Hypnose Videos

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen.

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