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 Yager-Code-Insights Teil 1 – Was ist überhaupt der Yager-Code?

Hintergrundbild Urheber:
Dr. Edwin Yager
Inhalt:
Mai 2, 2022
PreetzRedakteur

 Yager-Code-Insights Teil 1 – Was ist überhaupt der Yager-Code?


Der Yager-Code ist eine erstaunlich einfache und wirksame Methode, Menschen bei Schmerzen und psychischen Leiden effektiv und nachhaltig zu helfen.
Jeder, der mit Menschen arbeitet, sollte den Yager-Code kennen und lernen ihn anzuwenden.

Die Methode wurde entwickelt von Dr. Edwin Yager.

Wer war Dr. Yager?

Dr. Edwin Yager (Ed) wurde 1925 geboren und wuchs in der Zeit der großen Depression auf. Nach seinem Studium war er bis zu seinem 50. Lebensjahr als Elektroingenieur tätig. Danach wechselte er den Beruf. Er studierte Psychologie und promovierte in diesem Fachgebiet. Gleichzeitig begann er, sich intensiv mit der Hypnose auseinanderzusetzen, welche ihn sehr faszinierte.

Er versuchte zu ergründen, wie der Mensch funktioniert. Dafür nutzte er die in seinem Ingenieurleben geschärften Fähigkeiten der Analyse und Synthese. Er kam zu dem Schluss, dass es in jedem Menschen eine höhere innere Intelligenz geben muss. Diese höhere Intelligenz nannte er »Zentrum«. Aus seinen Beobachtungen und Überlegungen heraus entwickelte er eine Methode, die das Potenzial hat, die Psychotherapie zu revolutionieren. Diese Methode nannte er zunächst »Subliminaltherapie« (Subliminal Therapie). Später erhielt dieses Therapieverfahren den Namen »Yager-Therapie« (Yagerian Therapy), auch bekannt als »Yager-Code«. 

Dr. Yager hat in mehr als 40 Jahren tausende Patienten in seiner Privatpraxis in San Diego behandelt. Darüber hinaus lehrte er unter der Schirmherrschaft der »San Diego Psychological Association« mehr als 40 Jahre als klinischer Professor für Psychiatrie am medizinischen College der renommierten UCSD (University of California in San Diego). Dort unterrichtete er die klinische Anwendung der Hypnose sowie der von ihm entwickelten Yager-Therapie, die er bis zuletzt immer weiterentwickelte und perfektionierte. Dr. Yager war Vorstandsmitglied der San Diego Society of Clinical Hypnosis und für mehrere Jahre deren Präsident. Er ist Autor der Bücher »Yagerian Therapy – Using the Mind to Heal« und »Foundations of Clinical Hypnosis – From Theory to Practice«. Das erste Buch ist das Lehrbuch seiner Therapiemethode, das zweite ein Lehrbuch der klinischen Hypnose. 

Die von ihm entwickelte Therapiemethode lehrte er weltweit.

Länder, in denen er Vorträge hielt und Seminare oder Workshops durchführte, waren: USA, Kanada, Ecuador, Mexiko, Rumänien, Ungarn, Deutschland, Schweiz, Österreich, Belgien, Schottland, Island, Griechenland, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Brasilien. 

Im Frühjahr 2014 lud ich den damals 89-jährigen Dr. Yager als Seminarleiter nach Deutschland ein. Daraufhin führte er im November und im Dezember 2014 zwei Yager-Code-Ausbildungen in Berlin durch. Die Seminarteilnehmer waren nicht nur von der Methode begeistert, sondern auch von der wunderbaren Persönlichkeit Dr. Edwin Yagers. Jeder, der ihn erlebte, war von seinem Wesen tief berührt. So wurden auch die Rufe lauter, ihn erneut nach Deutschland einzuladen, wo er dann im Jahr 2015 zwei Vertiefungsseminare und ein Seminar »Medizinische Hypnose« durchführte. Im November 2017 kam er aufgrund meiner Einladung zu einem »Meet and Greet with Ed« nach Deutschland. Ich bin froh und glücklich, dass unser Institut ihn bei seinem Besuch für seine Errungenschaften ehrte. 

Bei meinem Besuch im Oktober 2018 sagte Ed eines Abends zu mir: »Norbert, ich suche einen Vorwand, um wieder nach Deutschland zu kommen und zu unterrichten«. Daraufhin schlug ich ihm vor, zwei Seminare durchzuführen. Ich wusste, dass er hoch erfolgreich darin war, schwangere Frauen auf eine sanfte und schmerzfreie Geburt vorzubereiten. Dieses Thema schlug ich für das erste Seminar vor. Als zweites war ein Praxis-Seminar geplant, in dem er über neue Entwicklungen des Yager-Codes berichtet, Fragen der Teilnehmer beantwortet und viele Demonstrationen durchführt. Ed freute sich sehr darauf, wieder in Deutschland zu unterrichten, und beide Seminare waren bereits voll ausgebucht. Dann kam aber alles ganz anders. Aufgrund einer schweren Erkrankung musste er kurzfristig seine Reise nach Deutschland absagen. 

Bis zur Mitte seines 93. Lebensjahres war Ed noch erstaunlich vital sowie körperlich und geistig fit. Diese außergewöhnliche Vitalität führte ich nicht zuletzt auch auf seine Leidenschaft und seine Vision zurück, die Yager-Therapie in die Welt zu bringen. Mit ihrer Hilfe konnte er tausenden Patienten helfen, ihr Leid zu überwinden und wieder ein lebenswertes Leben zu führen. 

Sein Arbeitspensum war beeindruckend.

Er hätte es mit jedem 30- oder 40-Jährigen aufnehmen können. In den Jahren 2015–2019 war ich mit meiner Familie jeweils in den Oktoberferien für zwei Wochen Gast im Hause der Yagers. Wenn Eds Frau Gwen und meine Familie schon längst schlummerten, saßen wir noch abends in seinem Wohnzimmer zusammen und unterhielten uns. Wenn ich dann irgendwann um Mitternacht oder auch etwas später ins Bett ging, setzte sich Ed wieder an seinen Computer, um weiterzuarbeiten. 

Wenn meine Familie und ich morgens aufstanden, saß er bereits am Computer. Wenn er uns aus dem Nebenraum hörte, gesellte er sich zu uns und wir aßen zusammen Frühstück. Manchmal nahm er sich einen Tag frei und begleitete uns bei unseren Ausflügen. An allen anderen Tagen fuhr er in seine Praxis, um seine Patienten zu behandeln. 

Bei meinem Besuch im Jahre 2017 teilte er mir mit, dass er sich entschlossen hat, nicht mehr fünf bis sechs Tage die Woche in seiner Praxis zu arbeiten, sondern nur noch drei Tage. In späteren Gesprächen und auch bei meinem letzten Besuch im Oktober 2018 gestand er mir, dass er sein Vorhaben doch nicht ganz eingehalten und oft vier oder fünf Tage die Woche in seiner Praxis Behandlungen durchgeführt hat. 

In den vier Jahren meiner Besuche bei Ed und Gwen lernte ich nicht nur seine Familie kennen, sondern auch Freunde, Kollegen und Patienten. Alle verehrten Ed und sprachen in den höchsten Tönen von ihm. 

Ed hat uns nicht nur vorgelebt, dass man auch im hohen Alter noch vital, rüstig und geistig klar, aktiv und produktiv sein kann. Wir haben Ed als einen herzlichen und liebevollen Menschen kennengelernt, der immer für andere Menschen da war. Und er hatte eine Vision: Er wollte dazu beizutragen, dass diese Welt ein besserer Ort wird. 

An dieser Stelle möchte ich noch eine Episode einfügen, die mir Dr. Steve Bierman erzählte, als er 2019 an unserem Institut wieder Seminare durchgeführt hat. Als hervorragender Arzt und enger Freund besuchte er den schwerkranken Ed regelmäßig im Krankenhaus, um ihn mit seinem ärztlichen und hypnotherapeutischen Wissen zu unterstützen. Er teilte Ed seinen Konflikt mit: Sollte er nach Deutschland fliegen, um die seit einem Jahr geplanten Seminare durchzuführen, oder sollte er bei Ed bleiben. 

Daraufhin schloss Ed für eine gewisse Zeit seine Augen. Als er sie wieder öffnete, sagte er nur zwei Worte: »Go teach!« (Geh unterrichten!). 

Zum Abschluss möchte ich noch mit der Genehmigung seiner Frau Gwen einen Auszug aus dem Brief zitieren, den sie nach Eds Tod an Verwandte und enge Freunde gesandt hat und der zum Ausdruck bringt, was Ed für ein Mensch war: 

»He was beloved by family, friends, colleagues and patients. His life touched many people deeply. Ed’s natural personal demeanor formed deep bonds of warmth and love for each of us that will remain with us forever. That was his nature of being. His eyes always looked deep inside you when you were in his presence. When he was with each of us, he immediately attached himself to our interests and needs and took action »right now« to address them. Ed always put others first, starting with having responsibility for his baby sister when their father died when they were three and eight years old during the Great Depression. That sense of responsibility and caring lasted his entire life as he continued to care and do for his wife, sister, children, grandchildren and all others who crossed his life path.« 

Deutsche Übersetzung:

"Er wurde von seiner Familie, seinen Freunden, Kollegen und Patienten geliebt. Sein Leben hat viele Menschen tief berührt. Eds natürliches, persönliches Auftreten schuf tiefe Bande der Wärme und Liebe für jeden von uns, die für immer bei uns bleiben werden. Das war seine Art zu sein. Seine Augen blickten immer tief in unser Inneres, wenn wir in seiner Gegenwart waren. Wenn er mit jedem von uns zusammen war, hat er sich sofort in unsere Interessen und Bedürfnisse hineinversetzt und "sofort" gehandelt, um sie zu erfüllen. Ed stellte andere immer an die erste Stelle, angefangen damit, dass er die Verantwortung für seine kleine Schwester übernahm, als ihr Vater starb, als sie drei und acht Jahre alt waren, während der Großen Depression. Dieser Sinn für Verantwortung und Fürsorge hielt sein ganzes Leben lang an, denn er kümmerte sich auch weiterhin um seine Frau, seine Schwester, seine Kinder, seine Enkelkinder und alle anderen, die seinen Lebensweg kreuzten."

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